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Auf 18 Jahre als Gemeinderat zurück und aufs wahrscheinliche Bürgermeisteramt voraus blickte Dieter Neumaier (l.). 

Kommunalwahl 2020

Breitbandausbau, Solarenergie und Schulanbau - Kirchbergs Bürgermeister in spe stellt seine Ziele vor

„Bürgernähe, Miteinander, Ehrlichkeit und Verantwortung“: Unter diesen Schlagworten soll die künftige Politik in Kirchberg stehen. Und es gibt nur einen Bürgermeisterkandidaten.

Kirchberg – Vom ersten Listenplatz ist der 48-jährige Dieter Neumaier, der von den beiden Bürgerlisten UWK und AWK zusammen gewählt wurde, mittlerweile abgerückt, er kandidiert ausschließlich für den Chefsessel im Rathaus. Im Gasthaus Forster in Burgharting stellte er den zahlreichen Kirchbergern bei einer Wahlveranstaltung Ziele und Anliegen vor.

Überarbeitet werden soll der 20 Jahre alte Fächennutzungsplan. Die Feuerwehr müsse bestmöglich ausgestattet sein. Der Neubau der Schrödinger Grundschule war 1996 für Neumaier die „richtige Entscheidung“, auch wenn dieser der Hauptgrund für die über zwei Millionen Euro Schulden der Gemeinde sei. Bereits beschlossen sei ein Anbau im Innenhof der Schule für die Mittagsbetreuung. Auf zwei abgeschlossene Wellen im Breitbandausbau werde eine dritte folgen, auf den Dächern von Feuerwehrhaus und Schule würde der Ingenieur außerdem gerne Photovoltaik-Module sehen.

Neumaier stellte sich auch persönlich vor: Nach Abitur und Zivildienst studierte der verheiratete, zweifache Familienvater Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan. Seit 20 Jahren arbeitet der Schrödinger dort als Betriebsleiter und Forschungsingenieur. 2002 kam er erstmals in den Gemeinderat. Sein vielfältiger Einsatz, etwa bei der 600-seitigen Gemeindechronik, der Organisation eines holzlandweiten Ferienprogramms oder der Begleitung des Breitbandausbaus, blieb unter seinen Mitbürgern nicht unbemerkt: Bei den Wahlen 2008 und 2014 erhielt er die höchste Stimmenanzahl unter den Räten.

Über zahlreiche Fortbildungen eignete sich Neumaier Wissen in vielen kommunalpolitischen Bereichen an. Er übernahm Posten in der Rechnungsprüfung oder im Arbeitskreis Kultur. Neben aller sachlichen Kompetenz bringt Neumaier auch Erfahrung im menschlichen Umgang innerhalb des Gemeinderats mit: „Ich habe es in 18 Jahren nie anders erlebt als dass man vernünftig diskutiert hat. Wenn man sich in der Sache auch einmal gefetzt hat, war man hinterher wieder gut miteinander. Es ist nie persönlich geworden“, blickte er zurück.

Liste besteht auch ohne Quote zu einem Drittel aus Frauen

Zu Beginn der Wahlveranstaltung hatte sich ein Großteil der Kandidaten der Gemeinderatsliste vorgestellt. Darauf stehen viele junge Gesichter, wie beispielsweise die 25-jährige Leiterin des Schrödinger Naturkindergartens Bernadette Scheckenhofer. Aber auch erfahrene Gemeinderäte wie Irmi Oberndorfer, 60 Jahre, seit vier Amtsperioden in der Kommunalpolitik, oder Paul Sedlmaier, 65 Jahre und seit 24 Jahren Vizebürgermeister, ließen sich wieder aufstellen.

Ohne Quote, wie Neumaier betonte, konnte ein Frauenanteil von einem Drittel erreicht werden, vom Agrarbetriebswirt bis zum Zimmerer ist eine große Bandbreite an Berufen abgedeckt. „Jeder brennt darauf, in das Gremium zu kommen. Schade, dass es letztlich nur zwölf schaffen.“ 

Kommunalwahl 2020 in Bayern: Welche Aufgaben hat der Bürgermeister?

Service

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis Erding, haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Alle weiteren Hintergrundberichte finden sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Erding.

Fabian Holzner

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