Landrat: Vieles versucht, so gut wie nichts erreicht

Keine rasche Aufforstung der Lindenallee

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Vor ziemlich genau einem Jahr hat der Umweltausschuss des Landtags eine Petition von Umwelt- und Naturschützern aus dem nördlichen Landkreis angenommen: 

Schröding – Die Abgeordneten stellten sich hinter die Forderung, an der historisch gewachsenen Lindenallee zwischen Wartenberg und Schröding Ersatzpflanzungen vorzunehmen. Zuvor waren einige alte und kranke Bäume aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt worden. Bei der Lindenallee entlang der Kreisstraße ED 2 handelt es sich um ein Naturdenkmal aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts.

Im April hakte Helga Stieglmeier, Fraktionsvorsitzende der Kreistags-Grünen, nach. Sie wollte wissen, warum mit den Nachpflanzungen nach wie vor noch nicht begonnen worden sei und wann das geschehe.

Die Antwort lieferte zwei Monate später Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) im Ausschuss für Struktur, Verkehr und Umwelt. Dabei machte er deutlich: Neuanpflanzungen seien schwieriger als angenommen und würden deswegen auf sich warten lassen, Schuld daran, betonte Bayerstorfer mehrfach, sei aber nicht der Landkreis.

„Wir haben für die Lindenallee seit Jahren ein Konzept, das Nachpflanzungen berücksichtigt“, so der Landrat. „Das Problem ist, dass der Landkreis neben der ED 2 Randstreifen von lediglich ein bis drei Meter Tiefe besitzt. Das ist zu wenig für einen Baum, der ja auch noch wachsen soll.“ Ab diesem Streifen handle es sich an der Lindenallee um Privatbesitz.

Bayerstorfer berichtete von einer Versammlung, zu der er die über 60 Anlieger eingeladen habe. „Nur sechs sind bereit, Grund zu verkaufen, damit wir dort Bäume errichten können. Vier weitere können sich eine Grunddienstbarkeit vorstellen.“ Das heißt, der Eigentümer stellt den Grund für einen Baum bereit, der Kreis als Baulastträger nutzt ihn gegen eine Vergütung. Der Landrat sagte, dass ein so geringes Entgegenkommen eine Lösung schwierig mache.

Das Platzproblem trifft seinen Worten zufolge auch auf die zweite Variante zu – die Trennung von Bäumen und Fahrbahn durch Leitplanken. „Dann reichen zwar kleinere Abstände, aber auch die Planken brauchen Platz.“

Bis jetzt gescheitert ist nach den Worten Bayerstorfers die dritte Variante: „Wenn wir die ED 2 von einer Kreis- in eine Ortsverbindungsstraße herabstufen würden, hätten wir viel geringere Anforderungen an die Verkehrssicherheit.“ Die Gemeinde – in diesem Fall Kirchberg – könnte die Fahrbahn sogar entsiegeln und als Radweg nutzen. Allerdings müsse dann eine Parallelstraße (fernab der Allee) gebaut werden. Das aber wolle Kirchberg nicht schultern.

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