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Fiebert dem großen Tag entgegen: Primiziant Thomas Attensberger vor der Niederstraubinger Kirche.

Primiziant Thomas Attensberger

Lieber predigen als rechnen

Ein großer Tag für den Pfarrverband Holzland: In knapp zwei Wochen wird der Niederstraubinger Thomas Attensberger im Dom zu Eichstätt zum Priester geweiht. Seinen Entschluss, Pfarrer zu werden, fasste er schon in der Grundschule – weil er nicht gerne rechnen wollte.

NiederstraubingDie kleine Filialgemeinde Niederstraubing bringt nach dem im vergangenen Jahr verstorbenen HH. Prälat Franz Xaver Ertl einen weiteren Priester hervor. Am Samstag, 6. Mai, findet in Eichstätt die Priesterweihe statt, tags darauf feiert Attensberger mit dem Pfarrverband Holzland Primiz, das ist der erste Gottesdienst, den er als neugeweihter Priester in seiner Heimatpfarrei feiern darf.

Den 35-jährigen Primizianten kennt in seiner Heimatpfarrei Schröding wirklich jeder. Sein elterliches Wohnhaus ist nur einen Katzensprung von der Kirche St. Martin in Niederstraubing entfernt. Er hat die komplette Ministrantenkarriere ab der Erstkommunion in der Pfarrkirche Schröding und der Filialkirche Niederstraubing durchlaufen, dazu war er noch sieben Jahre Mesner in Niederstraubing und eineinhalb Jahre in Schröding.

Auf die Frage, wie alt er war, als es ihm zum ersten Mal in den Sinn kam Priester zu werden, meint Attensberger schmunzelnd, das wäre schon in der 2. Klasse in der Grundschule gewesen. Damals habe er das Fach Rechnen fürchterlich dick gehabt, da kam er auf die Idee, Pfarrer zu werden, weil er meinte, da müsse er nicht so viel rechnen.

Richtig ernsthaft habe er dann mit 17 Jahren darüber nachgedacht, Priester zu werden. Da habe es während der Lektüre der Lebensgeschichte des Heiligen Ignatius „geschnackelt“. Seine Eltern und seine Schwester seien von Anfang an hinter seiner Entscheidung gestanden, fügt er hinzu.

Aber zuerst musste er seine dreijährige Ausbildung zum Bierbrauer fertigmachen, dann stand der Zivildienst an, ehe er als Hauptschüler noch das Abitur im Spätberufenenseminar St. Matthias in Waldram nachmachen musste. Sein Theologiestudium absolvierte er an der Katholischen Universität in Eichstätt. Im Juni 2016 hatte ihn Bischof Gregor Maria Hanke zusammen mit drei Kollegen in der Eichstätter Schutzengelkirche zum Diakon geweiht. Seine derzeitige Einsatzpfarrei ist in Burgoberbach im Landkreis Ansbach.

Nach der Primiz wird Attensberger im Herbst eine Kaplanstelle antreten, wo im Bistum Eichstätt, das weiß er noch nicht. Das erfahre er erst im Sommer, teilt er mit. Jetzt freue er sich erst mal auf die Priesterweihe und die Primiz. Normalerweise sei er ja die Ruhe selbst, aber schön langsam steige auch bei ihm die Spannung und Nervosität. Er wünscht sich für die Primiz „ein gelungenes Fest bei schönem Wetter“. Wichtig wäre ihm, dass die Menschen etwas mitnehmen von diesem Fest für ihr geistliches Leben. Sie sollen erkennen, „dass es wert ist, dass man für’n Herrgott geht“, wie sein Eichstätter Bischoff sagen würde, ergänzt er. Und dass es dadurch einen Zuwachs an Glauben und Frömmigkeit geben würde, „weil das der heutigen Welt nicht schaden tät“.

In der Heimat steigt die Spannung ebenso. Schon seit Monaten dreht sich alles bei Familie Attensberger mit Pastoralreferent Toni Emehrer, Helmut Lachner, Monika Brunner und ihrem Helferteam um die Vorbereitung der Primiz. Die Vorfreude ist groß, auch wenn noch viel Arbeit bevorsteht. Ein ganz besonderes Ereignis steht bevor, nicht nur für den Neupriester, sondern auch für die Heimatgemeinde.

Auch für das richtige Primizwetter wird alles Mögliche getan. Beim Bittgang zum Brünnl bat Diakon Thomas Attensberger, begleitet von den Ortsvereinen und den Niederstraubingern, bei der Muttergottes um trockenes Wetter und einen guten Festverlauf.

Das Festprogramm:

Samstag, 6. Mai: Um 18 Uhr wird der Neupriester in Niederstraubing empfangen, anschließend gibt es die Möglichkeit der Begegnung beim Wirt in Niederstraubing.

Sonntag, 7. Mai: Um 9.15 Uhr erfolgt bei der Niederstraubinger Kirche St. Martin die Aufstellung zum Kirchenzug.

Um 10 Uhr beginnt der Primizgottesdienst mit Primizprediger Kaplan Florian Leppert auf der Festwiese (Richtung Oberstraubing).

Ab 14.30 Uhr wird die Bevölkerung zu Kaffee und Kuchen im Festzelt eingeladen, der Erlös kommt dem Primizianten für die Deckung der Kosten der Primiz zu Gute.

Ab 17:30 Uhr spendet der Primiziant den Primiz-Einzelsegen in der Filialkirche Niederstraubing.

Monika Kronseder

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