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Rainer Forster Sein Aktionismus ist in der KAB umstritten.

KAB-Diözesanverband

Maulkorb für Sekretär Forster

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Kirchberg/Friesing - Der Diözesanverband der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung hat seinem Sekretär einen Maulkorb verpasst. Rainer Forster darf eigenverantwortlich nichts mehr entscheiden.

Der Diözesanvorstand hat sich am Freitag in einer Presseerklärung „von Verschwörungstheorien und extremen politischen Positionen sowohl von rechts als auch von links“ distanziert. In der von den Diözesanvorsitzenden Hanne Möller und Dieter Thalhammer sowie Geschäftsführer Wolfgang Pretzer unterzeichneten Erklärung wird betont, „dass es keine Übereinstimmungen der KAB mit dem von der AfD vertretenen Menschenbild und den dazugehörigen sozialpolitischen Aussagen gibt“. Die KAB distanziert sich ausdrücklich von dieser Partei. Die Verantwortlichen im KAB-Diözesanverband seien immer aufgeschlossen gegenüber jeglicher Art konstruktiver und kritischer Rückmeldungen. Es gehöre zur Kultur der KAB, Kritik ernst zu nehmen und darauf einzugehen.

Im Klartext bedeutet das, die KAB reagiert damit auf Kritik der SPD. Der Freisinger Kreisverband hatte sich in einem Protestbrief an den KAB-Landesvorstand besorgt über Veranstaltungen geäußert, die Forster organisiert hatte (wir berichteten). Der Vorwurf: Forster würde rechtspopulistischen Verschwörungstheoretiker eine Bühne bieten, und damit zulassen, dass die Demokratie beschädigt werde. Die SPD sieht die Gefahr, dass viele KAB-Mitglieder sich gar nicht bewusst seien, welcher politische Weg durch Forster eingeschlagen werde. Forster nutze als KAB-Sekretär den angesehenen katholischen Sozialverband, um Gedankengut hoffähig zu machen, das christlichen Grundüberzeugungen widerspreche, so die SPD-Kritik.

In der Presseerklärung heißt es dazu, in der Öffentlichkeit habe es in der letzten Zeit „eine sehr kontroverse Diskussion zur Arbeit des KAB-Sekretärs in der Region Nord des Diözesanverbands, Rainer Forster,“ gegeben. Diese Diskussion habe den geschäftsführenden Vorstand dazu veranlasst, „die mit Herrn Forster bezüglich der Gestaltung seiner Arbeit bereits laufenden Gespräche zu intensivieren sowie mit Befürwortern und Kritikern ins Gespräch zu kommen“. Der daraus resultierende Maulkorb wird von den Diözesanvorsitzenden sehr charmant umschrieben: „Aufgrund der Ergebnisse der Gespräche hofft der Diözesanvorstand sehr, dass das Engagement der KAB in Politik, Wirtschaft und Arbeitswelt für die Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und deren Familien auch in der Region Nord des Diözesanverbandes wieder in einem Raum von Ausgewogenheit, Dialog und gegenseitigem Respekt fortgeführt werden kann.“

Die KAB-Landesvorsitzende Erna-Kathrein Groll ist in einem Gespräch mit der Freisinger SZ da wesentlich deutlicher geworden. Was Forster tue und wie er handle, „entspricht nicht den Grundsätzen der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung“. Die KAB sei überparteilich und lasse sich nicht parteipolitisch vereinnahmen oder benutzen. Laut Groll darf Forster keine eigenen Veranstaltungen mehr organisieren. Referenten muss er vorher von der KAB-Diözesanvorstandschaft genehmigen lassen. In Sozialen Medien darf Forster nicht mehr im Namen der KAB posten.

Innerhalb der KAB dürfte es in der nächsten Zeit zu heftigen Auseinandersetzungen kommen. Die KAB-Kreisverbände Erding-Landshut, Fürstenfeldbruck, Dachau, Freising und Mühldorf stellen sich in der Auseinandersetzung demonstrativ vor Sekretär Forster.

Anton Renner

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