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Der neu gewählte Kreisvorstand (v. l.): Schatzmeisterin Ursula Weinhuber, Geschäftsführer August Groh, Vorsitzende Brigitte Murla und Schriftführerin Rosi Holler mit Kreisfachberater Michael Klinger.

Kreisverbandes Gartenbau und Landespflege

Mehr Grün für die „Eh-Da-Flächen“

Die dringend nötige Förderung der Artenvielfalt und eine naturschutzfachliche Aufwertung der Umwelt scheinen endgültig in den Köpfen der Menschen angekommen zu sein. Das wurde bei der Frühjahrsversammlung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege deutlich.

Von Birgit Lang

Burgharting – Mehr als 100 Vertreter der 37 Gartenbauvereine im Landkreis mit ihren über 6800 Mitgliedern waren ins Gasthaus Forster nach Burgharting gekommen. Allgegenwärtiges Thema war die Bio-Diversität und was jeder dazu beitragen kann.

Jeder der 37 Gartenbauvereine kann sich in die „naturschutzfachliche Aufwertung“ seiner Gemeinde einbringen. Wie, das erörterte Kreisfachberater Michael Klinger. In Zusammenarbeit mit ihm und den Gemeinden könne man beispielsweise die „Eh-Da-Flächen“, also Rest- und Randflächen, am besten mit mehrjährigen Pflanzen, etwa einheimischen Wildstauden begrünen und damit die Biodiversität fördern. „Es gibt einige Vorzeigeprojekte im Landkreis“, sagte er.

Auch werden wieder Bodenproben für 14,30 Euro angeboten. „Die letzten Proben ergaben, dass die Privatgärten komplett überdüngt sind“, berichtete Klinger. Daran dürfte sich wenig geändert haben. Das bedeutet, dass in den nächsten Jahren nicht mehr gedüngt werden muss und damit die Umwelt geschont werden kann.

Klinger motivierte die Anwesenden noch am 27. Dorfwettbewerb teilzunehmen, wie es Grüntegernbach schon tue. Dabei gehe es nicht darum, den „Ort rauszuputzen und Unkraut rauszuzupfen“, sondern zu zeigen, wie zukunftsfähig das Dorf sei, auch in puncto Altersstruktur und Naherholung.

Vorsitzende Angelika Bauer nutzte die Gelegenheit, um die Aktivitäten der 150 Mitglieder im Gartenbau- und Umweltverein Kirchberg vorzustellen. Kirchbergs Bürgermeister Hans Grandinger betonte, wie wichtig ihm der Erhalt der Kirchberger Lindenallee sei, dem Wahrzeichen seiner Gemeinde, für deren Fortbestand er sich eine Lösung erhoffe.

Vor 20 Jahren habe es in seiner Gemeinde noch 58 landwirtschaftliche Betriebe im Haupterwerb gegeben, heute seien es nur noch acht. Sein Gemeinderat wolle ein „kleines Signal“ setzen und „Vorbild für andere Gemeinden sein“, indem er 5000 Quadratmeter kommunaler Fläche zu einer Blühwiese umgestalte. Alle, die keinen eigenen Grund haben, können dafür Patenschaften für einen Euro pro Quadratmeter erwerben. „Die Gemeinde kümmert sich um die Pflege, die Einsaat, das zweimal jährliche Mähen und die Schnittgutentsorgung“, kündigte der Bürgermeister an.

„Die naturnahe Bewirtschaftung der Gärten“ sei in den Vordergrund getreten, sagte Vize-Landrat Jakob Schwimmer. Es komme noch einiges auf die Gartenbauvereine zu, kündigte er an und verriet, dass es dafür Förderprogramme geben werde.

Wie sich der Kreisverband aktiv an einer naturnahen Umwelt beteiligt, führte Kreis-Geschäftsführer August Groh aus. Jutta Numberger verstehe seit Jahren, die Jugend mit interessanten Angeboten zu begeistern, freute sich Kreisvorsitzende Brigitte Murla. Heuer stehen unter anderem das Jugendseminar „Lebensraum für Insekten – Blühwiesen“ am 18. Mai; eine Lehrfahrt ins Spessart vom 27. bis 30. Juni und die Teilnahme an der Landesgartenschau in Ingolstadt vom 6. bis 13. Juli auf dem Programm. Unter dem Motto „Wohnen im Grünen“ wolle man sich mit selbst gemachten Marmeladen, Likören und Tees aus Wildobst präsentieren.

Nach vier Jahren standen wieder Neuwahlen an. Einstimmig wurden Murla, Groh und Schatzmeisterin Ursula Weinhuber in ihren Ämtern bestätigt. Auf die nicht mehr als 2. Vorsitzende kandidierende Paula Deutscher folgte Johannes Ober aus St. Wolfgang. Für Alfred Dormeier übernimmt Rosi Holler aus Taufkirchen das Schriftführer-Amt. 

Erweiterter Vorstand:

Beisitzer:Renate Döllel, Martin Engelmann, Christine Hägelsperger, Ludwig Hiebinger, Lorenz Voithenleitner, Sonja Engelmann, Angelika Geisberger, Regina Haindl und Grit Podzus. Kassenprüfer: Andreas Orthuber und Rudi Brand.

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