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Da raucht’s: Rudolf Maier (M.) präsentiert seinen Standmotor, Markus Allwang (kniend) und Sohn Valentin schauen zu.

oldtimertreffen in kirchberg

Ratternde Maschinen, rauchende Motoren

Ideales Wetter bescherte den Oldtimerfreunden Kirchberg wieder großen Besuch bei ihrem zweitägigen Oldtimerwochenende am Heimatmuseumsareal in Thal.

Von Birgit Lang

Thal – Brutal zu ging es an Fronleichnam: 383 Besitzer von Oldtimer-Autos und -Motorrädern waren nach Thal gekommen, 50 mehr als im Vorjahr. Die vielen Besucher mussten schauen, dass sie sich noch einen Platz in den Biergärten auf dem Gelände sichern konnten.

Rund 300 Eigentümer von Bulldogs und Standmotoren waren es auch am Sonntag, die ihre Lieblingsstücke präsentieren. „Ganz schön viel“, meinte Manfred Schwaiger an der Anmeldung. „Aber heute ist es ganz entspannt. Am Donnerstag war’s stressig. Da standen die Teilnehmer bis zum Brunnen hinten an.“

Heuer gebe es für jeden Teilnehmer neben einem Getränk eine „Wahnsinnsmedaille mit Wertsteigerungspotenzial“ zum zehnten Treffen am Museumsgelände. Darauf ist der „Haube“, Adolf Heilmeier, der ehemalige Vorsitzende des Vereins, abgebildet. Die Oldtimertreffen gibt’s schon viel länger, seit 1982.

Sämtliche Marken waren wieder zu begutachten – die in Deutschland gefertigten Allgeier, Eicher, Güldner, Hanomag, Hatz, Kramer, Porsche oder Röhr ebenso wie John Deere oder McCormick made in USA.

Bei den Standmotoren sorgte Rudolf Maier aus Moosburg für viele Neugierige, als er sein Schmuckstück Baujahr 1935 anließ. „Der läuft schon eine Ewigkeit. Bis 1990 war er in einer DDR-Strickerei in Plauen im Einsatz.“ Mit 150 Umdrehungen dreht sein Motor mit Flachriemen den Generator an. 15 Maschinen unterschiedlichster Art hat der 68-jährige ehemalige Lkw-Fahrer daheim. Als er Gas gab, rauchte sein Standmotor so richtig.

Mit großen Augen verfolgten das Markus Allwang und sein Sohn Valentin (4) aus Wartenberg. Sie sind regelmäßig bei den Oldtimerfreunden. „Weil wir nicht weit haben, die Location eine Besonderheit ist und es natürlich viele Fahrzeuge zum Anschauen gibt.“ Mit einer Honda CB 450 K, Baujahr 1972, kamen sie daher.

Regelmäßige Besucher sind auch Albert Meindl aus Forstern und Martin Eberl aus Finsing, sein ehemaliger erster Lehrbub. Meindl war als Mechaniker von 1964 bis 1969 bei der Firma Eicher in Forstern angestellt. Seither steht er auf die Bulldogs dieser Marke. Als Techniker im Ruhestand ist er nur „zum G’scheit-daher-reden und Alles-besser-wissen da“, verriet er augenzwinkernd.

Genauso interessiert zeigten sich die beiden ein paar Meter weiter, als Anton Wölfl aus Lodermoos, Gemeinde Fraunberg, seine Schwingfeuer-Heizung von der Firma Ellersbächer vorführte. Sie ist eine der ersten Standheizungen, Baujahr 1960, für die Bundeswehr entworfen. „Mit ihr können Lastwagen, Zelte, aber auch Unimogkoffer geheizt werden.“ Der Landmaschinen-Mechaniker hatte sie mit seinem eigenen Bulldog hergeschafft. Auch dieser ist eine Rarität, ein Kramer aus dem Jahr 1962 mit einer der ersten Glasfaserhauben, „die meisten anderen waren aus Blech“. Aber nur Schrauben und Restaurieren reicht Wölfl nicht. Er bastelt auch gerne. Unter der Haube seines Kramers befinden sich Infinity-Lautsprecherboxen, die er mit dem Handy steuern kann, erklärt er und dreht lautstark sein Lieblingslied auf: „God bless America“ von EAV. „Das lasse ich immer auf Umzügen erschallen“, verriet er. Auch in Thal erregte er damit Aufsehen, Schmunzeln und angeheitertes Kopfschütteln.

Für die Verpflegung waren an die 70 Freiwillige im Einsatz. Um 6 Uhr Sonntagfrüh schlugen die ersten vier Bäcker auf, um den alten Holzofen im Freien anzuheizen. Die sieben Bäckerinnen der Ausgezogenen machten sich ab 9 Uhr ans Werk. 700 Stück waren es am Sonntag. Auch die Knödelfrauen waren da schon am Werkeln. Gut 100 Stück drehten Maria Friedlmeier aus Buch am Erlbach und Rosmarie Obermaier aus Kirchberg in der alten Küche im Museum. 40 Personen stark war das Küchenteam von Karin Rott im Stadl, vom Spüler bis zum Salatputzer.

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