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Das wäre die Holzlandgemeinde: Der orange eingefärbte Bereich umfasst die Gemeindegebiete von Kirchberg (1053 Einwohner), Hohenpolding (1593), Steinkirchen (1269) und Inning am Holz (1468, Stand 31. März 2019).

Gemeinderat stößt Debatte über Bürokratieabbau an

Walter Heilmaiers Plan von der Holzand-Fusion

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Die Zusammenlegung der Gemeinden Steinkirchen, Hohenpolding, Kirchberg und Inning am Holz könnte viel Geld sparen. Für diese Idee wirbt Walter Heilmaier.

Holzland – Vier Bürgermeister nebst Stellvertretern, 48 Gemeinderäte für knapp 5400 Einwohner – so ist die Verwaltungsstruktur im Erdinger Holzland, wo vier der fünf kleinsten Gemeinden des Landkreises in politischer Eigenständigkeit nebeneinander existieren. Walter Heilmaier würde das gerne ändern. Der 63-Jährige ist seit 1990 Gemeinderat in Steinkirchen und schlägt eine Fusion vor. Am Ende dieser Reform würde die „Holzlandgemeinde“ stehen – mit einem Bürgermeister und 20 Gemeinderäten.

So könnte viel Geld gespart werden, ist Heilmaier überzeugt. „Der wichtigste Faktor ist der Bürokratieabbau“, meint das langjährige Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses in seiner Gemeinde. Das sei allerdings schwierig in Euro und Cent zu beziffern. Die vier Gemeinden arbeiten schon vielfältig zusammen – unter anderem beim Bauhof und in der Verwaltungsgemeinschaft (VG). Doch unter ihrem Dach müssen sieben Körperschaften gemanagt werden – neben den vier Kommunen, die VG selbst, der Wasserzweckverband und der Schulverband.

Hier gebe es Verbandsversammlungen mit Sitzungsgeldern für Verbandsräte sowie Entschädigungen für die Vorsitzenden, also die Bürgermeister. Jeder der Verbände durchläuft außerdem alle zwei Jahre eine Rechnungsprüfung, für die das Landratsamt 5000 Euro verlange.

Die monatlichen Aufwandsentschädigungen der vier ehrenamtlichen Bürgermeister schätzt Heilmaier auf 3000 bis 3500 Euro netto. Ein hauptamtlicher Bürgermeister würde am Ende vielleicht die Hälfte der Gesamtsumme verdienen. Nicht zuletzt würden mit weniger Bürgermeistern in der Verwaltungsgemeinschaft drei Büroräume frei werden.

Große Sparpotenziale erwartet der Steinkirchener Gemeinderat Walter Heilmaier (kleines Bild) von einer Zusammenlegung der Gemeinden. Er möchte eine Diskussion darüber anstoßen.

„I bin ned brotneidig“, erklärt der Rentner, der bei BMW in der Entwicklung gearbeitet hat. Doch über den sinnvollen Einsatz von Steuergeldern müsse man auch im Kleinen nachdenken dürfen – anstatt nur über die Verschwendung auf EU-, Bundes- oder Landesebene zu schimpfen. „Zugleich würde eine Holzlandgemeinde an Gewicht im regionalen Wettbewerb gewinnen.“ Zum Beispiel beim Prozess der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) seien „die Leute vom Amt gekommen und haben gesagt: ,Ihr seids ja a Kaff. Da können wir nix machen‘“, erinnert sich der politische Querdenker aus Sillading.

Er ist in dem Örtchen aufgewachsen und liebt seine Heimat, nicht umsonst engagiert er sich schon seit Jahrzehnten. Doch nun, am Ende seiner Gemeinderatslaufbahn – er kandidiert nicht mehr – möchte er einen großen Denkanstoß geben. Diese Idee trägt er schon Jahre mit sich herum, diskutiert sie mitunter mit Freunden und geht nun damit an die Öffentlichkeit. Wer das Projekt als lohnend erachtet, könne sich bei ihm melden. „Ich möchte die Bürger dazu befragen.“

Es wäre ohnehin ein dickes Brett, das da zu bohren wäre: Im März 2020 werden erst einmal die vier Bürgermeister der vier Gemeinden für sechs Jahre gewählt. Doch Heilmaier würde gerne eine Diskussion und bei Interesse auch den dazugehörigen Arbeitsprozess anstoßen. „Wenn diese Überlegungen bei der Mehrheit unserer Bürger auf Zustimmung stoßen, könnte das Vorhaben zügig nach der Kommunalwahl angegangen werden.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Heilmaier die Idee äußert. „Viele Leute lehnen das ab mit der Begründung: So haben wir unseren Bürgermeister ums Eck.“ Andere wiederum würden den Gedanken durchaus interessant finden, erzählt der 63-Jährige. In Fraunberg zum Beispiel, wo sich bei der Gemeindegebietsreform 1974 die selbstständigen Kommunen Fraunberg, Reichenkirchen und Thalheim zusammengeschlossen haben, „kräht kein Hahn mehr danach“, ist der 63-Jährige überzeugt.

Heilmaiers Widerspruchsgeist im Gemeinderat Steinkirchen ist legendär. Er gründete in den 1990ern die Freie-Wähler-Liste in Steinkirchen – einfach, weil er der Meinung war, dass die Wähler eine echte Wahl haben sollen. Mittlerweile gehört er aber wieder der Überparteilichen Liste in Steinkirchen an. „Vielleicht bin i a Polit-Spinner“, gibt der 63-Jährige zu.

Er sei „kein Fan davon, wenn alles riesengroß ist“. Davon könne aber in einer Holzlandgemeinde keine Rede sein. Sie hätte dann eine Fläche von gut 74 Quadratkilometern – und wäre damit nach Dorfen und Taufkirchen die drittgrößte Kommune im Landkreis. Ein Heimat- oder Identitätsverlust sei durch einen Zusammenschluss nicht zu befürchten, meint Heilmaier – anders manche Bürgermeister (siehe Umfrage). „Überall findet man den Begriff Holzland“, sagt er. Die Holzland Blaskapelle in Steinkirchen, das Holzlandvolksfest, das abwechselnd in den vier Gemeinden gefeiert wird, die Holzlandhalle in Inning, die Holzlandwichtel in Schröding. Ob die größere Einheit dann tatsächlich „Holzlandgemeinde“ heißen soll, ist Heilmaier nicht so wichtig. Er freut sich auf Rückmeldungen der Bürger.

Kontakt: holzlandgemeinde@web.de

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