1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding

Kläranlage läuft am Limit

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

St. Wolfgang - Die Zeit drängt, dass die Gemeinde St. Wolfgang ihre Kläranlage ertüchtigt. Die Abwasserbeseitigungsanlage wird bereits am oberen Limit betrieben, bemängelt das Wasserwirtschaftsamt München (WWA).

Ein weiteres Problem: Immer neue Anschließer aus dem Baugebiet „Am Grünbach“ kommen dazu.

Schon mehrfach war das Thema Erweiterung der Kläranlage im Gemeinderat diskutiert worden. Zu einer Einigung, welche Technik zum Einsatz kommen solle, gab es bislang noch nicht. Zuletzt sah man sich aufgrund von Expertenaussagen des WWA mit einer Tropfkörper- statt einer Belebungsanlage auf dem richtigen Weg. Nun gab es einen unerwarteten Rückschlag, wie Bürgermeister Jakob Schwimmer (CSU) dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung berichtete.

Im Dezember hatte es eine Präsentation der beiden Varianten durch Bauingenieur Wolfgang Neumayer vom Ingenieurbüro Ferstl in Landshut gegeben, erinnerte Schwimmer. Danach hätten sich neue Erkenntnisse ergeben. Für St. Wolfgang sei „eine Tropfkörperanlage nicht mehr wirtschaftlich zu rechnen“. Das stelle dann allerdings die Darstellung des WWA „im Prinzip auf den Kopf“. Weil das Amt den Bau eines Tropfkörpers favorisiert habe, hatte der Gemeinderat im November eine derartige Anlage in Buch am Buchrain besichtigt. Da waren Bürgermeister und Gemeinderäte noch von der Tropfkörperlösung überzeugt.

Nach jüngster Darstellung des Planungsbüros würden sich die Mehrkosten für den Tropfkörper erst nach circa 20 Jahren amortisieren, berichtete Schwimmer. Diese Einschätzung habe sich beim Gemeindechef während der Teilnahme an einer WWA-Veranstaltung Anfang März „verfestigt“. Dass Tropfkörperanlagen vom Stromverbrauch her günstiger zu betreiben seien stimme wohl, sagte Schwimmer, aber nur, weil die Betreiber durch die Klärschlammverwertung eigenen Strom mit der Anlage produzieren können. Dies sei aber nur bei großen Anlagen möglich, nicht jedoch bei der kleinen St. Wolfganger Kläranlage.

Aufgrund der Berechnungen des Ingenieurbüros und den „neu gewonnen Kenntnissen“ sollte die Tropfkörperanlage nicht weiter verfolgt werden und die Variante „Belebung“ durchgeplant und umgesetzt werden, schlug der Bürgermeister deshalb vor. Einstimmig wurde daraufhin vom Gemeinderat beschlossen, die Kläranlage nun endgültig als Belebungsanlage auszuführen. Das beauftragte Ingenieurbüro soll bis zur nächsten Sitzung eine entsprechende Planung ausarbeiten. Dann soll auch ein Beschluss gefasst werden, die Kläranlage als kommunalen Eigenbetrieb zu führen. Das spare der Gemeinde Kosten durch den Vorteil der Vorsteuerabzugsberechtigung.

Mit in den Beschluss aufgenommen wurden die Hinweise von Klärwärter Georg Haas. Danach soll in der Planung berücksichtigt werden, dass die Vorgaben der Phosphatfällung (Entfernung von Phosphorverbindungen aus den Abwässern) künftig wohl verschärft werden.

Einig waren sich die Gemeinderäte außerdem, dass die weiteren Schritte jetzt zeitnah erfolgen müssen. Die Kläranlage habe derzeit eine Leistung von etwa 4300 Einwohnergleichwerten, erklärte Miksch. Das bedeute „oberes Limit“. Die Erweiterung soll eine Leistung von etwa 5500 Einwohnergleichwerten erreichen, mit einer Option, später noch erhöhen zu können, „damit wir in zehn Jahren nicht wieder das Problem haben“, sagte Miksch.

(prä)

Auch interessant

Kommentare