Klare Worte sprach BBV-Bezirkspräsident Anton Kreitmair vor rund 80 Standesvertretern der Landwirtschaft. foto: adam

Klare Worte von Bauernpräsident Kreitmair: „Der Biber gehört weg“

Riedersheim - Der Baumnager müsse zum Abschuss freigegeben werden. Darin zeigten sich die Landwirte bei der Ortsobmännertagung einig.

Kleines Tier, großer Ärger: Der Biber bietet Landwirten derzeit viel Diskussionsstoff. Eine klare Meinung vertrat der oberbayerische Bezirkspräsident bei der Ortsobmännertagung des Bayerischen Bauernverbands am Donnerstag. „Der Biber gehört weg“, erklärte Anton Kreitmair und erntete im Gasthaus Prostmeier in Riedersheim die volle Zustimmung der Zuhörer. Entschädigungen würden nicht reichen sagte der Redner.

Viele Landwirte klagen über Verbissschäden. So entstehen beispielsweise Fraßschäden an Feldfrüchten und Bäumen. Die Bauern sind sich einig, dass die Biber-Problematik nur gelöst werden kann, wenn das Tier zum Abschuss freigegeben wird.

Leichter gesagt, als getan: Der Biber ist seit seiner rückläufigen Population im 19. Jahrhundert geschützt und wird wieder angesiedelt. „Irgendwann ist es auch gut mit der Wiedereinführung, dann werden es zu viele“, betonte Alfred Enderle, BBV-Bezirkspräsident aus Schwaben, im Vortrag zum Thema „Umwelt und Naturschutz: Herausforderung für die bayerische Landwirtschaft“. Das Tier genieße einen deutlich zu hohen Schutzstatus, meinte er.

Diese Streitfrage ist ein Beispiel für die übergreifende Problematik, die in der Tagung angesprochen wurde. Die deutsche Interessenvertretung in der Europäischen Union sei mangelhaft, klagte Enderle. Er ist aber überzeugt: „Nicht alles Böse kommt aus Brüssel, oftmals sind wir auch selbst schuld.“ Diskussionen und Verschärfungen hätten ihren Ursprung demnach oftmals in der nationalen Umsetzung der EU-Richtlinien. „Viele Probleme werden schlicht und einfach durch die nationalen Maßnahmen verursacht.“

Das bestätigte auch Kreitmair: „Es stimmt, dass vieles nicht mehr passt, aber wir müssen immer den Verursacher suchen. Man sollte in den Behörden anpacken.“ BBV-Kreisobmann Johann Schwimmer appellierte an seine Kollegen, unbedingt jeden durch den Biber verursachten Schaden zu melden. „Dann kann die Politik erst reagieren. Wir müssen die Probleme beweisen können.“

Für die Mitglieder des Bauernverbandes gab es in anderen Bereichen trotzdem gute Nachrichten. „In letzter Zeit konnte einiges entschärft werden“, erklärte Enderle. Als Beispiele nannte er unter anderem die starren Düngeobergrenzen und die Phosphatregelung. Die Düngeverordnung behalte ihren Platz auf der Liste der „derzeitigen Baustellen“ jedoch weiterhin.

Zudem bereitet den Landwirten die NEC-Richtlinie Kopfzerbrechen - also die Bestimmung über nationale Emissionshöchstmengen für Luftschadstoffe wie Schwefeldioxid, Stickstoffoxide und Ammoniak. Das Minderungsziel von 39 Prozent bis 2030 für Schadstoffe in der Luft, sei in der Praxis lediglich mit einer deutlichen Verminderung des Tierbestands möglich. „Das ist für Deutschland nicht tragbar“, spiegelte Enderle die Meinung der Landwirtsvertreter wider.

Auch der Flächenfraß bleibt ein Knackpunkt. Es sei der „helle Wahnsinn“, was derzeit in Oberbayern ablaufe. „Eine Straße nach der anderen, ein Autobahnzubringer größer als der andere, wird gebaut“, kritisierte der oberbayerische BBV-Bezirkspräsident. Das Problem daran: „Der Staat hat so viele Flächen, die man landwirtschaftlich nutzen könnte.“

Nach Kreitmairs Meinung, werde generell zu viel ausgewiesen und auf Vorrat gekauft. „Es bringt doch nichts, wenn ich jetzt etwas kaufe, das ich vielleicht irgendwann mal in 30 Jahren brauchen kann“, entrüstete sich das Landtagsmitglied. Der Bauenpräsident plädierte deshalb für eine strengere Handhabung des Grundstücksverkehrsgesetzes.

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