Hier kommentiert Hans Moritz. 

Kommentar

Flüchtlinge als Straftäter: Nichts unter den Teppich kehren, aber auch nichts dramatisieren

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Die reihenweise sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln, an denen Asylbewerber beteiligt gewesen sein sollen, treiben die Menschen um. Dazu ein Kommentar von Redaktionsleiter Hans Moritz.

Was in der Silvesternacht auf der Kölner Domplatte genau passiert ist, ist noch längst nicht ermittelt. Fest steht nur: Recht viel dilettantischer hätten die Behörden nicht vorgehen können – vor allem, nachdem der letzte Böller gezündet war. Aber auch viele Medien haben sich nicht mit Ruhm bekleckert. Tatsache ist: An den reihenweisen sexuellen Übergriffen waren auch Flüchtlinge beteiligt. Und: Es gab wohl die Order der Behörden, das zu verschweigen, um Aufruhr zu vermeiden. Eine wirklich saudumme Entscheidung.

Natürlich stellt sich jetzt erst recht die Frage: Wie sieht es bei uns aus? In Erding und im Landkreis? Den Vorwurf, diese Zeitung würde Straftaten von Asylbewerbern unter den Teppich kehren, hören wir regelmäßig. Auch hält sich hartnäckig das Gerücht, die Polizei werde entweder nicht tätig oder berichte danach nicht. Auch dafür gilt: Anschuldigungen werden nicht wahrer, wenn man sie nur oft genug wiederholt.

Tatsache ist: Die Redaktion erkundigt sich immer wieder nach Straftaten aus und in den Reihen der Flüchtlinge. Regelmäßig bekommen wir von Beamten aus allen Ebenen der Polizei-Hierarchie die Antwort: Ja, es gibt Vergehen. Und wir gehen jeder Alarmierung nach. Warum ist darüber aber so selten zu lesen? Wenn der Oberbayer seine Gattin im Wohnzimmer übers Knie legt, steht das auch nicht im Polizeibericht. Wenn der gebürtige Erdinger seinem sächsischen Nachbarn genervt in den Grill pinkelt, kommt am Ende Dampf raus, aber keine dicke Schlagzeile.

Die gute Nachricht: Schwere Verbrechen gab es bis dato kaum. Für den Anzeiger gilt: Sind Migranten in Straftaten verwickelt, schreiben wir das auch. Erinnert sei an so manchen Fahrraddieb, aber auch an den pakistanischen Sexualstraftäter am Kronthaler Weiher, dem sein Opfer die Zunge abgebissen hatte. Es gibt Menschen, die sich an der Nennung der Nationalität stören. Wir nicht. Wir berichten unabhängig von Person und Herkunft.

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