Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zum verkaufsoffenen Sonntag

Bedeutungsverlust der Händler ist hausgemacht

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Der Streit um die verkaufsoffenen Sonntage in Erding dürfte nach dem Markt vorige Woche weitergehen. Die Händler haben ihre Chance nicht genutzt, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar zum Wochenende.

Die Fairtrade-Fressmeile war eine gelungene Veranstaltung. Gerne kann sie auf Dauer ein weiterer Bestandteil der Erdinger Festekalenders werden. Was in weniger angenehmer Erinnerung bleiben wird, ist die Gestaltung des verkaufsoffenen Sonntags. Eine gähnend leere Lange Zeile – das war wahrlich keine schöne Visitenkarte fürs Zentrum.

Unter diesen Voraussetzungen wird der Stadtrat seine Entscheidung sicher nicht revidieren, die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage von vier auf einen zu reduzieren. Mehr Kreativität und Vielfalt hatte OB Max Gotz angemahnt. Das Konzept zum Kinderflohmarkt im April hat die Politik deswegen durchfallen lassen. Jetzt hätte der Einzelhändlerverband Ardeo zeigen können, dass er dazugelernt hat. Fehlanzeige! Die Sonderöffnungszeiten sollen gerade nicht vor allem den Effekt haben, dass die Geschäfte zuvorderst ein gutes Geschäft machen.

Mitten im Streit um die Sonderöffnung hat Ardeo seine Hauptversammlung mit Wahlen im April verschoben. Ein neuer Termin ist weiter nicht bekannt. Der notwendige Einfluss der Interessengemeinschaft erodiert.

Ganz anders der Gewerbeverband, der sich explizit nicht nur als Sprachrohr der Innenstadt-Händler versteht: Er gewinnt nach jahrelangem Schattendasein immer mehr an Bedeutung. Beim Zukunftsplan Gewerbe Erding 2030 spielt er eine Schlüsselrolle.

Die Erdinger Wirtschaft braucht eine starke Peripherie, aber auch ein starkes Zentrum. Deswegen sind Vertretungen, die sich intensiv und kreativ einbringen, so wichtig.

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