Das „Fernsehmedley“: Andreas Hintermaier (l.) dirigiert, Bürgermeister Ullrich Gaigl (r.) sucht den richtigen Sender. Foto: prä

Konzert "Just Voices": Werbespots und Bayernhymne

St. Wolfgang - Ein grandioses „Finale dahoam“ hatte St. Wolfgangs junger Chor „Just Voices“ zum Jahresende. In der Goldachhalle begeisterte die Chorgemeinschaft unter der Leitung von Chorgründer Andreas Hintermaier fast 900 Zuhörer. Das war beim inzwischen vierten großen Konzert von „Just Voices“ Besucherrekord.

Interessant und witzig führten Sarah Berghammer und Magdalena Ostermaier durchs Programm. Neben den Erklärungen zu den Liedern war auch vieles aus dem „Innenleben“ der Gemeinschaft zu erfahren. So etwa, wer alles geheiratet hat, und dass „Just Voice“ aus privaten und beruflichen Gründen geschrumpft ist und man daher „auf der Suche nach neuen Mitgliedern ist, besonders Männerstimmen, aber auch Frauen sind natürlich jederzeit herzlichst willkommen“.

Trotzdem hatten sich die 14 Sängerinnen und fünf Sänger ein teilweise ziemlich anspruchsvolles Programm ausgesucht, mit Liedern verschiedenster Musikrichtungen, von Musical-Musik über Gospel bis hin zu alt bekannten Heimatliedern. Mit dem Gospel „He said love“ (Ursprüngliche Version von Barclay James Harvest) eröffnete der Chor. „Just Voices“ überzeugte insgesamt mit einem klaren Stimmbild, Harmonie und Präsenz sowie viel Gefühl und Power an passender Stelle.

Tenor Anton Schwimmer hatte allerdings spätestens nach dem Liebeslied „Wuids Wasser“ („die Seer“) „die Schnauze voll“ und machte Pause „zum Fernsehen“. Der Gag leitete einen Höhepunkt ein, mit dem „Fernsehmedley“, begleitet von einer echt klasse Videopräsentation des Chorleiters. Der unterstütze die Sänger auch am Klavier. Bürgermeister Ullrich Gaigl musste auf die Bühne und mit einer Sat-Antenne „g’scheide Signale anpeilen“. Er fand aber nur Werbespots. Die brachte der Chor, wie das „20th Century Fox-Intro“, ersetzt mit dem „Just Voices“- Logo, gesungen mit sechs verschiedenen Frauen- und zwei Männerstimmen. Und beim Lied aus der Superperforator-Werbung von „Der Schuh des Manitu“ wurde begeistert mitgeklatscht.

„Rosanna“ von Toto mit alleine fünf Männer-Gesangsstimmen in einer a cappella Version brachte den Chor an seine Grenzen. Die größte gesangliche Herausforderung wurde aber mit kleinen Unsicherheiten gemeistert und mit viel Beifall bedacht.

Ein weiterer Höhepunkt war das Lied „loan di o“, eigentlich a cappella, aber im Mittelteil übernahm ein fünfköpfiges, chorinternes Bläserensemble. Bei „Wo ich auch stehe“ gab das neuestes Mitglied Kilian Fischer noch ein E-Gitarren-Solo zum Besten. Eine Herausforderung war sicher auch die Interpretation des nur von den Sängerinnen auf spanisch präsentierten Liedes „Te consagro lo mas mio“.

Als der Chor a cappella als 20. Lied „Der Mond ist aufgegangen“ brachte, war der gelungene Auftritt fast zu Ende. Beifall brandete auf in der Goldachhalle und „Just Voices“ setzte zur Zugabe an mit dem Gospel „Our God“ - und als endgültigen Schlussakkord die Bayernhymne. Ein stürmischer Applaus war dann für die Chorgemeinschaft der Lohn für einen echt schönen Konzertabend.

Hermann Weingartner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fridays for Future am Moosweg: „Unser Herdweg soll bleiben wie es ist“
Bürger aus Herdweg haben am Moosweg Fridays for Future organisiert. Hintergrund ist die Herausnahme von Flächen im Landschaftsschutzgebiet.
Fridays for Future am Moosweg: „Unser Herdweg soll bleiben wie es ist“
Finanzspritze für Finsings Feuerwehr
Für das neue Hilfeleistungs-Löschgruppen-Fahrzeug HLF 20 der Feuerwehr Finsing hat die Regierung jetzt einen Zuschuss bewilligt. 
Finanzspritze für Finsings Feuerwehr
Gasthaussterben geht weiter - Erdinger Wirt mit bitterem Fazit: „Macht keinen Spaß mehr“
Paukenschlag in Erding: Die Familie Rötzer gibt den Gasthof Zur Post in der Erdinger Innenstadt Ende März nächsten Jahres nach 35 Jahren ab. Wirt Bernhard Rötzer zieht …
Gasthaussterben geht weiter - Erdinger Wirt mit bitterem Fazit: „Macht keinen Spaß mehr“
Künstler öffnen ihre Ateliers: Von der Zeichnung bis zur Skulptur
Neun Künstler im Isental öffnen am Samstag und Sonntag, 21. und 22. September, wieder ihre Türen für Besucher. Zum fünften Mal schon lädt „isental open art“ das …
Künstler öffnen ihre Ateliers: Von der Zeichnung bis zur Skulptur

Kommentare