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Das wird viele Bahnkunden freuen: Auch in den Nachtstunden wird es mehr Zugverbindungen geben.

Linienstern Mühldorf bleibt bei der SOB

Kraller kündigt mehr Komfort für Pendler an

Dorfen - Das Damoklesschwert ist weg, die Sektkorken knallen. Die Südostbayernbahn hat den Zuschlag für den Betrieb der Bahnstrecke München-Mühldor bis 2024 erhalten.

Der Schienennahverkehr im Raum Mühldorf bleibt bei der DB-Tochter Südostbayernbahn (SOB). Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) – sie organisiert im Auftrag des Freistaats den Regionalverkehr auf der Schiene – hat den Betrieb auf dem sogenannten Linienstern Mühldorf für die Jahre 2016 bis 2024 an die SOB vergeben. Die SOB betreibt unter anderem die Strecke von München nach Mühldorf, eine der vielbefahrensten in Deutschland.

Christoph Kraller, Leiter der Südostbayernbahn, hat den Zuschlag hoch erfreut kommentiert: „Die Entscheidung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft ist für uns ein absoluter Gewinn! Das sind für uns 100 von 100 möglichen Punkten. Dank der langen Laufzeit haben wir Planungssicherheit und können den Betrieb weiter langfristig aufstellen. Außerdem bringt der neue Vertrag viele Verbesserungen für unsere Kunden: Die BEG hat zusätzliche Zugverbindungen genehmigt, weshalb wir auf einigen Strecken ab Dezember 2016 spätere Abendzüge fahren können. Außerdem erhöhen wir den Komfort für unsere Kunden: Unsere alten, einstöckigen Waggons werden nach und nach abgeschafft und durch moderne, klimatisierte Doppelstockwagen ersetzt.“

Für die seit zehn Jahren bestehende SOB ging es bei der Ausschreibung um alles oder nichts. Hätte ein anderer Bieter den Zuschlag erhalten (unter anderem boten der deutsche Ableger des französischen Konzerns Veolia sowie die österreichische und italienische Staatsbahn mit), hätte das wohl das Aus für das in Mühldorf beheimatete Unternehmen bedeutet. Die SOB beschäftigt 870 Mitarbeiter.

Obwohl es gerade auf der Strecke Mühldorf–München immer wieder zu Verspätungen und auch teilweise Zugausfällen kommt, haben zahlreiche Kunden der Südostbayernbahn auf die Nachricht, dass die SOB weiter diese Strecke befährt, äußerst positiv reagiert. „Herzlichen Glückwunsch. Ihr habt es verdient. The winner takes it all“, ist ein Kommentar auf der Facebook-Seite der SOB. „Eure Leistung hat überzeugt“, schreibt ein anderer Kunde. Dem SOB-Chef Kraller wurde auch persönlich gratuliert: „Herzlichen Glückwunsch Herr Kraller, da liegt Herzblut drin“. Kraller selbst hat die Gratulationen kommentiert: „Ein schöneres Weihnachtsgeschenk wird's dieses Jahr wohl nicht geben!“

Die SOB hat in diesem Jahr acht hochmoderne Dieselloks angeschafft. Diese sind für eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 160 Kilometer pro Stunde ausgelegt. Das Unternehmen hat dafür 24 Millionen Euro investiert und damit eine der größten Investitionen in ihrer bisherigen Unternehmensgeschichte getätigt. Die Ausschreibung für den Linienstern Mühldorf wurde mit etwa einer Milliarde Euro gehandelt. Wie viel die SOB letztendlich bezahlt hat, ist nicht bekannt.

Anton Renner

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