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Die Einführung der elektronischen Patientenakte macht einen Umbau der Belegschaft am Kreiskrankenhaus Erding notwendig. Es wird aber niemandem gekündigt.

Erding strukturiert um:

Kreiskrankenhaus: Computer ersetzen Sekretärinnen

Erding - Die Belegschaft des Kreiskrankenhauses Erding steht vor einem tiefgreifenden Wandel, ausgelöst durch die Einführung der elektronischen Patientenakte. Die Stationssekretariate werden ganz geschlossen. Kündigungen sollen aber nicht ausgesprochen werden.

Die elektronische Patientenakte wird in den kommenden Monaten im Kreiskrankenhaus Erding und an der Klinik Dorfen eingeführt. Alle Befunde, Therapien und Informationen werden in tragbare Rechner gespeist. Papier ist bald passé. Am 1. August startete der Pilotbetrieb in den Inneren Abteilungen an beiden Standorten.

Damit werden die Stationssekretariate, in denen 15 Kräfte arbeiteten, obsolet. Kliniksprecherin Daniela Fritzen bestätigte Informationen unserer Zeitung, dass die Büros demnächst aufgelöst würden. Sie spricht allerdings von einer „Umwandlung“. Denn in Erding und Dorfen würde eine ganz neue Berufsgruppe geschaffen – die der Pflegeassistenten. „Hierunter fallen neben den Stationssekretärinnen auch die Arzthelferinnen, die Serviceassistentinnen sowie die Pflegerhelferinnen.“ Insgesamt sind laut Fritzen 77 Beschäftigte betroffen. Mit jedem einzelnen seien Gespräche im Beisein der Pflegedirektion sowie des Personal- beziehungsweise Betriebsrates geführt worden. Nun folgen die Umschulungen.

Die Stationssekretariate waren nicht nur erste Anlaufstelle für Patienten und Besucher, sie waren auch für den gesamten Aktenlauf verantwortlich, sprich für das Anlegen und die Archivierung der Patientendaten sowie für die Einordnung aller Befunde. Zudem wurden hier die Termine bei Ärzten und für Therapien koordiniert.

Das Kommunalunternehmen tritt Gerüchten entgegne, wer sich der Weiterbildung verweigere, werde entlassen. „Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben“, so Fritzen, „den Mitarbeitern, die die Weiterbildung zum Pflegeassistenten ablehnen, werden andere Lösungen angeboten“. Die 29 Krankenpflegefachhelfer können qualifikationsbedingt nicht an der Umschulung teilnehmen. Auch sei der Pauschalvorwurf falsch, es finde ein beruflicher Abstieg statt. „Durch die zusätzliche Qualifikation zur Plegeassistenz, die übrigens komplett vom Kreiskrankenhaus bezahlt wird, bedeutet dieser Schritt einen beruflichen Aufstieg.“ Zudem seien in der neuen Berufsgruppe vielseitigere Tätigkeiten als bisher möglich.

Fritzen erklärt, dass 90 Prozent der Mitarbeiterinnen von dem Angebot Gebrauch machen wollen. „Für den Rest finden wir andere Einsatzmöglichkeiten.“ Die Unternehmenssprecherin gibt aber zu, dass die Resonanz auf die Neuerung unterschiedlich ausgefallen sei. Die Bediensteten im Service sowie die Pflegefachhelfer hätten „größtenteils positiv“ reagiert. Bei den Stationssekretärinnen habe es hingegen „zurückhaltende Reaktionen“ gegeben.

Wie die Sekretariate, die an die Stationsstützpunkte angegliedert waren, künftig genutzt werden, ist laut Fritzen noch nicht entschieden.

Hans Moritz

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