Kreiskrankenhaus Erding: Mehr Macht für die Fachbereiche

Erding - Die neue Organisations- und Führungsstruktur des Kreiskrankenhauses Erding steht in Grundzügen fest und sieht eine Verbreiterung der Verantwortung vor.

Die Kliniken in Erding und Dorfen, so viel ist sicher, bleiben in der Hand des Landkreises. Ein Nachfolger für Sana-Manager Joachim Ramming ist noch nicht gefunden. Landrat und Verwaltungsratsvorsitzender Martin Bayerstorfer informierte den Kreistag gestern in nicht-öffentlicher Sitzung über erste Ergebnisse der Findungskommission.

Der Vorstand wird auf völlig neue Beine gestellt. So wird es ab Mitte 2011 - dann läuft der Vertrag mit dem Klinikkonzern Sana aus - nur noch einen Vorstandschef geben. „Offen ist noch, ob der Verwaltungsrat einen oder zwei Stellvertreter benennt“, sagte Bayerstorfer am Abend unserer Zeitung. Seit dem Weggang von Vorstandsvize Ingo Hüttner im März üben diese Funktionen Dirk Last (Leiter Medizinische Prozesse) und Christian Maier (kaufmännische Leitung) aus.

Geeinigt hat man sich im Verwaltungsrat darauf, dass die einzelnen Fachbereiche mehr Verantwortung bekommen, konkret Ärztlicher Direktor Professor Hans Peter Emslander, Pflegedirektorin Gertrud Friess-Ott sowie die Abteilungen Kaufmännisches und Medizinische Prozesse. „Wir wollen sie eng in die Vorstandsarbeit einbinden. Zudem besteht für sie Teilnahmepflicht in den Sitzungen des Verwaltungsrates, in denen sie aber kein Stimmrecht haben”, kündigte Bayerstorfer an: „Es geht nicht nur um die großen Entwicklungslinien, sondern auch um die Verantwortung für die Umsetzung bis ins Detail.“

Der Betrieb soll also von einem Vierer-, maximal Fünfergremium geleitet werden, das nur noch den politisch besetzten Verwaltungsrat über sich hat. Zur Nachfolge Rammings erklärte der Landrat: „Wir suchen intensiv, bekommen aber auch sehr viele Bewerbungen rein.“ Er rechnet mit einer Entscheidung um den Jahreswechsel.

Völlig neu wird ein Kuratorium sein, mit dem Bayerstorfer „die beiden Krankenhäuser breit im Landkreis aufstellen und tief in der Bevölkerung verwurzeln möchte“. Als Mitglieder schweben ihm unter anderem der Ärztliche Kreisverband, das Bayerische Rote Kreuz und die Integrierte Leitstelle vor. „Der Expertenrat von außen kann dem Kreiskrankenhaus nur nützlich sein“, ist Bayerstorfer überzeugt.

Unterstützung von dritter Seite erhofft sich der Verwaltungsrat auch in Kooperationen mit anderen Häusern. „Selbst wenn das Kreiskrankenhaus ein Kommunalunternehmen bleibt, setzen wir auf Synergien beispielsweise beim Einkauf“, erläutert der Chef des Aufsichtsrates. Unter anderem habe man Kontakt mit dem Bündnis „Gesundheit Oberbayern“ aufgenommen, in dem Kliniken zwischen Landsberg und Rosenheim versammelt sind.

Zu der Neustrukturierung hatte sich der Verwaltungsrat entschlossen, nachdem die Kündigung von Chirurgie-Chefarzt Dr. Bernhard Weigel - er hat soeben eine eigene Praxis in Erding eröffnet - zu Jahresbeginn wochenlange Turbulenzen und öffentliche Debatten ausgelöst hatte. In der Folge hatte Sana seinen Managementvertrag zum Juni 2011 gekündigt. (ham)

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