Kreiskrankenhaus: Sanierung nicht auf Kosten des Personals

Erding - Das Leistungsspektrum des Kreiskrankenhauses Erding wird weiter ausgebaut. Vorstandschef Sándor Mohácsi steckt ein halbes Jahr nach seinem Start noch voller Tatendrang. Es gibt auch noch viel zu tun.

Die Führungsebene des kommunalen Krankenhauses blickt voller Erwartungen aufs kommende Wochenende. Dann geht es an den Tegernsee in Klausur. In der Abgeschiedenheit der Berge will Klinikvorstandschef Sándor Mohácsi gemeinsam mit seinen leitenden Angestellten den Weg in die Zukunft planen.

Eine solche Klausur ist am Kreiskrankenhaus Erding und an der Klinik Dorfen genauso neu wie der Führungsstil. „Ich will nichts aufoktroyieren. Die besten Lösungen entwickelt man miteinander“, so Mohácsi. So sei auch gesichert, „dass eine Lösung von allen mitgetragen wird“. Diesen Wandel lobt Landrat und Verwaltungsratschef Martin Bayerstorfer. „Die Häuser befinden sich endlich in ruhigem Fahrwasser. Jetzt heißt es Segel setzen und Kurs aufnehmen.“

Um welche Disziplinen das Angebot wachsen soll, will der Klinikchef noch nicht verraten. Nur so viel: Der Standort Dorfen könnte mit der Einführung eines Computertomographen in Kooperation mit niedergelassenen Ärzten enorm aufgewertet werden. Immer noch in der juristischen Warteschleife hängt man in Erding mit dem Aufbau einer Dialyse-Abteilung für Nierenkranke. „Es ist wieder Bewegung in den Streit zwischen einem ansiedlungswilligen Facharzt und einem Anbieter aus Freising gekommen. Auf die Schnelle wird das aber nichts“, so Mohácsi. Abgeschminkt hat man sich die Idee, eine Kinderklinik aufzubauen. Eine Genehmigung durch Politik und Kassen liegt in weiter Ferne. „Auf jeden Fall wollen wir die Kooperation mit niedergelassenen Kinderärzten sowie anderen Kliniken wie St. Marien in Landshut ausbauen, um so die Versorgung der jüngsten Patienten zu verbessern.“

Noch heuer in die Tat umsetzen will man den 24-Stunden-Betrieb des Links-Herzkatheter-Messplatzes. Im Kalender 2011 stehen laut Mohácsi zwei weitere wichtige Projekte: Dem Umbau der Notaufnahme sowie der Warteräume inklusive Schaffung eines Kinderwartebereichs sowie der Auftakt zur Einführung der elektronischen Patientenakte. „Bis 2012 soll das Papier hier verschwinden“, so der Vorstandschef.

Was Geschäftsführung und Verwaltungsrat seit Amtsantritt Mohácsis vor einem halben Jahr betreiben, ist alles andere als Aktionismus. Es geht, betonen er und Bayerstorfer, um wirtschaftliche Stabilität und damit Zukunft beider Häuser. „Die Belegung der 325 Betten in Erding und der 42 in Dorfen sind derzeit sehr gut, sie übertreffen sogar das gute Ergebnis von 2009. Aber wir werden 2011 mit einem Defizit abschließen“, weiß Mohácsi schon heute. Die Gründe dafür sind noch im Krisenjahr 2010 mit der Kündigung von Chef-Chirurg Dr. Bernhard Weigel zu suchen. Auf der Basis eines Belegungseinbruchs um elf Prozent fanden im Juli die Budgetverhandlungen mit den Kassen statt. „Was uns da zugesagt wurde, ist zu wenig“, so Mohácsi. Hinzu kommen laut Bayerstorfer teure Investitionen. Der Klinikleiter ergänzt, dass zuletzt zahlreichen neue Mitarbeiter eingestellt worden seien.

Und auch in diesem Punkt schlägt Mohácsi neue Töne an: „Wir werden ganz bestimmt nicht auf Kosten der Mitarbeiter und auf dem Rücken der Patienten sanieren. Der Erfolg steht und fällt mit gut ausgebildetem und motiviertem Personal.“ Daher werde auch eine dauerhafte Kinderbetreuung angestrebt. Man müsse jetzt eine Durstrecke in Kauf nehmen, „aber danach stehen die Chancen gut, wieder Gewinne zu erwirtschaften“.

(Hans Moritz)

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