Unkommentiert nahm Dritter Landrat Fritz Steinberger (M.) in Vertretung von Martin Bayerstorfer die über 1300 Unterschriften von Ilse Süß und Peter Rippler entgegen. Foto: ham

Kreiskrankenhaus: Über 1300 Bürger fordern sofortige Rückkehr Weigels

Erding - Sein Rückhalt in der Bevölkerung ist ungebrochen: Dr. Bernhard Weigel, vom Dienst freigestellter Chirurgie-Chefarzt am Kreiskrankenhaus, soll zurückkehren.

Das fordern 1323 Bürger, die in den vergangenen drei Wochen auf den Unterschriftenlisten der parteilosen Ilse Süß aus Grünbach sowie der Rentnerpartei unterzeichnet haben. Am Freitag übergaben Süß und Rentnerpartei-Kreisvorsitzender Peter Rippler die dicke Mappe mitsamt einer Petition an Dritten Landrat Fritz Steinberger. Landrat und Klinik-Verwaltungsratschef Martin Bayerstorfer war dienstlich verhindert. Steinberger sagte, er wolle Listen und Forderungen nicht kommentieren, „weil es sich um eine Personalangelegenheit des Verwaltungsrates handelt“.

„Wir sind vom Erfolg der Aktion begeistert und überrascht zugleich“, erklärte Rippler in einer Pressekonferenz. „Die knapp 1300 Unterschriften sind ohne große Werbung und Infostände zusammengekommen. Das zeigt, dass die Menschen unzufrieden sind und Herrn Dr. Weigel so schnell wie möglich zurückhaben wollen“, ergänzte Süß. Wer auf einer der Listen unterschrieben hat, ist Rippler überzeugt, fühlt sich von der Politik nicht korrekt vertreten. Um dieses Votum kämen Landrat, Kreistag und Verwaltungsrat nicht herum.

Konkret fordern die Initiatoren die sofortige Rücknahme der Kündigung Weigels. „Wir wissen, dass der Chefarzt von sich aus gekündigt hat. Das wird seine Gründe gehabt haben. Uns geht es um die Freistellung.“ Die Suspendierung sei der falsche Weg gewesen. Rippler: „Da hätte man sich zusammensetzen und eine andere, bessere Lösung finden müssen.“

Weiterhin wird die Entfernung des Klinikkonzerns Sana aus dem Management des Krankenhauses gefordert. „Sana geht es um Gewinnmaximierung. Das geht aus den Geschäftsberichten klar hervor“, so der Kreisvorsitzende. Dieses Bestreben gehe „eindeutig zu Lasten des ärztlichen Personals“. Die Unzufriedenheit im Hause komme nicht von ungefähr.

Drittens verlangen die Initiatoren die lückenlose Aufklärung der Mobbing-Vorwürfe. „Die Stimmung ist schlecht“, berichtete Süß aus E-Mails. „Wer Kritik äußert, dem wird mit Rauswurf gedroht. Das ist kein Stil.“ Beide fordern einen Runden Tisch, „damit am Krankenhaus mittelfristig alles wieder ins Lot kommt.“ Sollte die Politik die über 1300 Unterschriften und die Forderungen ignorieren, wollen Süß und Rippler zu einer Demo aufrufen.

Der Kreistag beschäftigt sich am Montag 1. März, ab zirka 16 Uhr in öffentlicher Sitzung mit den Turbulenzen in der Klinik.

(Hans Moritz)

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