Karl-Heinz Bauernfeind war von 1990 bis 2008Bürgermeister von Erding.

Kreistag ist kein Kuhstall: Bauernfeind attackiert Bayerstorfer

Erding - Dicke Luft in der Landkreispolitik. Die Wahlen rücken näher, der Ton wird rauer. Das bekam jetzt der Landrat zu spüren.

Im April 2008 hat sich Karl-Heinz Bauernfeind von der aktuellen Politik verabschiedet. Vier Jahre hat der frühere Bürgermeister von Erding zu politischen Fragen geschwiegen. Jetzt hat er seine Zurückhaltung aufgegeben und in massiver Weise Landrat Martin Bayerstorfer attackiert.

Was den ehemaligen UWE-Politiker verärgert, ist das Auftreten des CSU-Kreischef am Montag im Kreistag, als es um die Nordumfahrung ging. Wie berichtet, hatte Bayerstorfer FW-Fraktionsmitglied Rainer Mehringer hart angegangen und ihn wegen dessen Ablehnung der ED99-Trasse zwischen Langengeisling und Altham/Eichenkofen hindurch als verlogen bezeichnet. „So geht man untereinander nicht um. Das grenzt an Ungezogenheit“, polterte Bauernfeind am Mittwochabend in der UWE-Hauptversammlung. Bayerstorfer verwechsle offensichtlich den Kreistag mit einem Kuhstall. Solche Töne habe es unter dem damaligen Landrat Xaver Bauer nicht gegeben. Das Niveau sei dramatisch gesunken. Der Landrat verhalte sich zudem unfair und unredlich, wenn er den Freien Wähler vorwerfe, gegen die Nordumfahrung zu sein. „Es geht nur um die Trassenwahl.“ Es sei auch bezeichnend, „dass der am lautesten für die Nordumfahrung trommelt, der am weitesten von ihr entfernt wohnt“, so der Bürgermeister a.D. in Anspielung auf die Heimat des Landrats - Kleinaign in der Gemeinde Hohenpolding. „Das ist genauso widersinnig wie der Bürgerentscheidung zur dritten Startbahn in München.“

Zur Nordumfahrung merkte Bauernfeind an: „Jede Entscheidung wird Probleme mit sich bringen.” Bei der soeben beschlossenen Süd-Variante sehe er die Gefahr, „dass sie zu nah an der Bebauung liegt und ihren Charakter als Umfahrung in einigen Jahren wieder verliert“. Das könne man auch an der Anton-Bruckner-Straße beobachten. „Die Auseinandersetzung gab es schon Anfang der 60er Jahre, es waren die gleichen Argumente wie heute bei der ED 99.“ Aus heutiger Sicht, so der Bürgermeister von 1990 bis 2008, müsse man feststellen, „dass es keine gute Lösung war“. Bauernfeind stellte aber auch klar, dass Erding im Norden eine Entlastungsstraße brauche. Und in der Tat seit die Zeit günstig, „weil das Geld da ist“.

(ham)

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