Als Botschafter Erdings bezeichnete Bürgermeister Max Gotz (2. v. l.) den Künstler Rudolf L. Reiter ( l.) bei der Vernissage am Montagabend im Frauenkircherl. Pax Vobiscum heißt das Triptychon aus dem Jahre 2009 an der Wand, im Vordergrund ist die Rauminstallation Corpus Christi zu sehen. foto: macht

Künstler Rudolf L. Reiter: Seit 40 Jahren ein Leuchtturm Erdings

Erding - 40 Jahre Malerei: Mit einer Doppelausstellung im Museum Erding und im Frauenkircherl wird dieses Jubiläum von Rudolf L. Reiter gewürdigt.

Rudolf L. Reiter gehört für viele zu den bedeutendsten und einflussreichsten Künstlern in der deutschen Kunstszene - und das seit vier Jahrzehnten. Ein exemplarischer Überblick über sein Schaffen ist derzeit in zwei Ausstellungen zu sehen. Am Montagabend wurden die Werkschauen, die Reiters verstorbener Frau Hilde gewidmet sind, feierlich eröffnet.

Durch die Ausstellung „Genesis - Apokalypse. Was war - was ist - was kommt“ im Foyer des Museums Erding führte der Künstler am späten Nachmittag selbst. Zu sehen sind dort unter anderem frühere Papierarbeiten aus dem Victoria-Zyklus, Informelles zum Thema Metamorphosen und der Zyklus der Störnäherin, eine Hommage an Reiters Großmutter. Auch zwei Bilder zum Thema „Genesis und Apokalypse“ sind zu sehen. Sie zieren zur Adventszeit als Altarblätter die Stadtpfarrkirche St. Johannes.

„Bilder einer Epoche. 40 Jahre Malerei“ heißt die Retrospektive, die im Frauenkircherl zu sehen ist. Auch brandneue Werke Reiters aus dem Jahr 2011 sind dort ausgestellt, zum Beispiel die Halbakte „Die Lesende“ oder „Vergehendes“. Mit dem Frauenkircherl als Ausstellungsort verbindet den Künstler eine ganz besondere Beziehung. Ist es doch unter anderem seiner Initiative zu verdanken, dass vor 40 Jahren aus dem ehemaligen Gotteshaus ein Raum für Kunst und Kultur wurde. „Rudolf L. Reiter kehrt mit dieser Ausstellung in sein ureigenstes Revier zurück“, sagte Gisela Hesse, Leiterin des Kallmann-Museums in Ismaning. „Es ist sehr schön, dass Sie nach einer Phase tiefer Trauer wieder Schöpfungskraft gefunden haben“, sagte Hesse. Reiter habe sich nie festlegen oder in eine Schublade stecken lassen. Performance-Künstler, Bildhauer, informeller Maler - „er ist es nicht, und ist es doch. Gleichzeitig, hintereinander, nebeneinander“, so Hesse. Die beiden Ausstellungen zeigten Reiters Vielseitigkeit. „Wir haben noch viel Neues von Ihnen zu erwarten.“

Kurzfristig entschuldigen ließ sich Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, der ein Grußwort sprechen sollte. „Er hat etwas Außergewöhnliches versäumt“, sagte Bürgermeister Max Gotz und lobte: „Es ist schön, dass es in Erding Leuchttürme wie Rudolf L. Reiter gibt, die den Namen unserer Stadt in die Welt hinaustragen.“

Die Ausstellung im Museum Erding ist bis Sonntag, 25. September, täglich (außer montags) von 13 bis 17 Uhr geöffnet; die Schau im Frauenkircherl bis Sonntag, 18. September, täglich (außer montags) von 10 bis 12 und 15 bis 19 Uhr zu sehen. (vam)

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