Klassik mit  Hanna Hoppmann und Kristina Kliem .
+
Klassik mit  Hanna Hoppmann und Kristina Kliem .

SpazierKlang: Elf Stationen vom Wasserschloss bis zum Rathaus-Café

Kultur und Natur im Einklang

Taufkirchen – Die unbeschwerten Feste des OASE-Lebenskreises in freier Natur mit internationaler Kultur fernab von Kommerz waren lange Zeit nicht möglich. Der erste Taufkirchener SpazierKlang am vergangenen Sonntag war wieder ein gelungenes Happening für alle Altersklassen und Bevölkerungsschichten.

Bestens organisiert wurde die Veranstaltung von der neuen Vorsitzenden Kati Yilmaz, der Tochter von OASE-Gründerin Marile Götz, ihrer langjährigen Vorgängerin, und ihrem Team. Vorbei an elf Stationen mit elf Künstlern, wie sie nicht unterschiedlicher hätten sein können, führte dieser Spaziergang vom Wasserschloss über den Weidenhain bis zum Rathaus Café. Ein Corona-konformes Kulturfest, das lange auf die Genehmigung durch das Landratsamt warten musste.

Der fröhliche Start war im Innenhof des Wasserschlosses, wo Yilmaz zusammen mit Vize-Bürgermeister Christoph Puschmann die vielen Anwesenden begrüßte, ihnen den Wegeplan mit Beschreibung ans Herz legte, sie um ausreichend Abstand bat und darum, die Natur sauber zu hinterlassen.

Die Kultur wiederzubeleben, sei der Wunsch, darum bat Yilmaz auch um Spenden für die Künstler, die alle ohne Gage auftraten. Puschmann fand die Idee, Kultur und Natur in Einklang zu bringen, „super“. „Jeder hat nach solchen Veranstaltungen gelechzt“, meinte er, früher seien sie in Taufkirchen Gang und Gebe gewesen. Sogleich wurden die Besucher mit orientalischen Tänzen der Gruppen Nugum el Leyl und Oriental Temptation in eine andere Welt entführt. Es sollte nicht die einzige bleiben. Die jungen Musikerinnen Hanna Hoppmann und Kristina Kliem boten auf Cello und Violine klassische Musik an der Brücke beim Dr. Winkelmann-Weg dar. Anspannung, Stress und Hektik konnten die Zuhörer fallen lassen und einfach nur den Klängen von Bréval oder Mozart lauschen. Die Gäste waren zu Fuß, mit Kinderwagen, Rollstuhl, Hund oder dem Rad unterwegs und nutzten alle Sitzmöglichkeiten, die sich auf der Strecke boten: Bänke, Betontreppen, Klappstühle und Wiesen, um sich auf die Darbietungen einzulassen.

Der Lengdorfener Autor Wolfgang Hofer fesselte seine Zuhörer im schönsten Bayrisch mit seinen Geschichten, unter anderem von einem Bauern, der sich von einem Geisteraustreiber und seinem Schmahfon nicht brazzeln ließ. Und Albert Zimmerer aus Isen steuerte mit Gesang und Gitarre ein Lied von der Transformation bei.

Transzendental ging es weiter mit dem in Hohenpolding lebenden Kanadier David Lynch. Er verzauberte mit indischen Klängen auf der Sitar und Dilruba. Das animierte manche Zuhörer sogar zu Yogaübungen auf der Wiese. Afrikanische Töne schlug wiederum die Trommelgruppe Oja Pamoja auf Djembe, Balafon oder Dundunl an. Immer dabei Hund Laika, den die Musik eher in Trance versetzte, einige Zuschauer hingegen zum entrückten Tanzen anregte. Auch ehemalige Mitglieder der vor 15 Jahren von dem mittlerweile 70-jährigen Herbert Oberhofer ins Leben gerufenen Truppe setzten sich spontan zum Mittrommeln dazu.

Der Dorfener Zwoagsang mit Maria Zinn und Martin Attenberger führte die Spaziergänger in bayerische Gefilde und Gebräuche ein, etwa dem Wallfahren. Dabei erfuhr man so manche Beweggründe der Pilger, die gar nicht immer so fromm sind. Märchenerzählerin Marile Götz erfreute mit „selba g’machten Gschichtal und Gedichtal“, ließ so manchen Jodler schnalzen und begleitete sich an der Gitarre zu ihren humorig-tiefgründigen Lebensweisheiten. Nur ein paar Meter weiter in der Weidenkuppel hatte sich das Quartett TaLieMa aus Traunstein mit Irish Folk eines der schönes Platzerl auf dem Weg gesichert. Sie erfreuten mit keltischen Liedern und internationaler Folklore. Einfühlsame Eigenkompositionen gab auch Samir Binder zum Besten, die bayerische Songpoetin lud auf eine Reise durch Gefühle, Träume und Hoffnungen ein. Für Jazzy Ballads, also den kranken Hans Hartmann und seine Partnerin Iris Gerlach, sprang Hoop-Dancerin Bella Réssy ein, die „Tänze mit dem Reifen“ vorführte. Und last but not least heizten die Perfect Fellows am Rathaus Café mit ihrem Akkustik Rock dem Publikum noch kräftig ein, was so manchen glücklichen Gast zu einer großzügigen Spende ins Pappmaché-Schweindl animierte. (Birgit Lang)

 Orientalische Tänze der Gruppen Nugum el Leyl und Oriental Temptation.
Autor Wolfgang Hofer (r.) und Musiker Albert Zimmerer.

Auch interessant

Kommentare