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Imposante Erscheinung: Das mit LED-Lampen besetzte neue Kunstwerk Jetzt an der Haager Straße in Erding.

Kunst an der Haager Strasse

"Jetzt"  ist jetzt fertig: Erdings rotes Bogentor

Erding - Das Kunstwerk an der Haager Straße steht schon seit ein paar Wochen. Richtig fertig ist "Jetzt" erst jetzt. Das ist nicht zu übersehen.

Es war nicht das umstrittenste Kunstwerk, das in den vergangenen Jahren in Erding aufgestellt worden ist, mit Sicherheit aber das mit den meisten Problemen und den größten Verzögerungen. Vier Jahre nach der Festlegung des Stadtrats auf Robert Kessler ist dessen Kunstwerk „Jetzt“ an der Ecke Haager Straße/Bachinger Straße am Dienstagabend endlich in Betrieb genommen worden.

Die ans Stadtwappen erinnerte Pflugschar mit einem sich weit über die Haager Straße erhebenden Bogen verfügt über ein LED-Band, dessen roten Lampen im dichten Nebel das erste Mal offiziell erstrahlten.

Doch der Leuchtbogen ist immer nur von kurzer Dauer. Denn er wird von einem Bewegungssensor gesteuert. „Licht an“, heißt es nur, wenn jemand unter dem Tor hindurchgeht.

Apropos Tor: Als solches will Kessler sein Kunstwerk verstanden wissen – „als Tor zwischen der Altstadt und dem neuen Erding, als Tor zwischen Vergangenheit und Zukunft“. Er interpretiert das Exponat als „etwas Trennendes und zugleich Verbindendes, das die Kostbarkeit des Augenblicks markiert“. Daher rühre auch der Name – „Jetzt“.

Jetzt – dieses Wort passte lange nicht zu dem Versuch der Stadt, direkt an der Sempt Stadtteilkunst – der Grundsatzbeschluss war bereits vor zehn Jahren ergangen – zu realisieren. In dem kleinen Festakt freute sich Oberbürgermeister Max Gotz, „dass wir in der Haager Straße nun wieder eine Torsituation haben“ – wenn auch 230 Meter Meter weiter südlich des historischen Tors. Nicht nur das Kunstwerk an sich, sondern auch die LED-Illumination sei für Preisgericht und Stadtrat ausschlaggebend gewesen, Kessler den Zuschlag zu geben. „Das hat etwas Faszinierenden“, so Gotz.

Er ging aber auch auch die holprige Entstehungsgeschichte ein. Immerhin habe es vier Jahre gedauert, seit Kessler im Dezember 2011 den Auftrag erhalten hatte. Wie berichtet, war seither fast alles schief gegangen, was schief gehen konnte: Mit der Fertigung des Exponats gab es ebenso Probleme wie mit der Statik und schlussendlich auch Transport von Furth im Wald nach Erding. „Heute haben wir den letzten Punkt erreicht“, sagte Gotz sichtlich erleichtert. 150 000 Euro hat die Stadt dafür investiert, mehr als einmal mussten Kostensteigerungen verkraftet werden.

Zu den kritischen Stimmen merkte er an, dass eine kontroverse Auseinandersetzung über Kunst ausdrücklich erwünscht sei. Fazit des OB: In Erding sei wieder ein markanter Punkt gesetzt worden. Dieser Bereich der Stadt werde durch „Jetzt“ erheblich aufgewertet.

Hans Moritz

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