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Kurzfilmfestival – Interview mit Schirmherr Heinz Grundner

Für Cineasten und Youtube-Amateure

Zum fünften Mal findet am Wochenende unter der Leitung des Nürnberger Filmautors Adalbert Becker das Kurzfilmfestival im Jakobmayer statt. An drei Tagen werden 42 Filme gezeigt.

DorfenAuf eine Einteilung in Genres wird dieses Jahr beim Kurzfilmfestival in Dorfen verzichtet, einzig der Überbegriff „Non-Fiktional“ muss erfüllt werden. Damit reicht die Bandbreite vom Sportfilm über Reportagen bis zum Reisefilm. Von morgen, Freitag, bis Sonntag, 29. April, werden im Jakobmayer 42 Filme präsentiert. Sie haben eine Länge von einer bis 21 Minuten. Die Filmautoren kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, vom hohen Norden bis nach Ebersberg, wo der mehrfach prämierte Filmkünstler Toni Ackstaller wohnt. Er wird den Reisefilm „Es wird Herbst im Altai“ am Samstagnachmittag zeigen.

Jeder Film hat bereits zwei erfolgreiche Wettbewerbe hinter sich. Eingeteilt wurde das Kurzfilmfestival in acht Blöcke zu je fünf bis sieben Vorführungen. Der Eintritt ist frei. Wir sprachen mit Schirmherr und Bürgermeister Heinz Grundner über die Veranstaltung und seinen Filmgeschmack.

-Herr Grundner, wie entstand der Kontakt zu Adalbert Becker, warum findet das Bundesfilmfestival Dokumentarfilm gerade in Dorfen statt?

Heinz Grundner:Zum einen eignet sich der Jakobmayersaal bestens für so eine überregionale Veranstaltung, die ein entsprechendes Ambiente benötigt. Die Anfrage, ob man dieses Festival in Dorfen durchführen könnte, kam von Adalbert Becker und seiner mittlerweile verstorbenen Ehefrau Barbara Bernauer, die in Isen wohnten. Daher kam der Bezug zur Region, bevor die Filmtage nach Dorfen kamen.

-Warum haben Sie sich für die Schirmherrschaft entschieden?

Grundner:Ich leiste gerne eine ideelle Unterstützung für die Veranstaltung und möchte zeigen, dass die Stadt Dorfen auch hinter dem Filmfestival steht. Daneben unterstützen wir dieses über die Kulturförderung auch finanziell.

-Nach jedem Filmblock werden fünf Jurymitglieder die Kurzfilme beurteilen. Womit qualifizieren sich diese für die Bewertung?

Grundner:Die Mitglieder sind alle Funktionäre aus dem Amateur-Filmverband und somit Fachleute.

-Neben einer Urkunde werden Medaillen vergeben. Was ist mit dieser Auszeichnung verbunden?

Grundner:Zunächst sind die Regisseure eine Runde weiter und nehmen an den Deutschen Filmfestspielen in Rain am Lech Teil. Daneben gibt es Anerkennungspreise wie Bücher oder Geschenkkörbe, von der Stadt gestiftet.

Heinz Grundner Bürgermeister in Dorfen.

-Sind Sie selbst Filmfan?

Grundner:Ich schaue mir gerne Filme an. Das Programm am Wochenende interessiert mich zum Teil auch. In den vergangenen Jahren habe ich viele nette Episodenfilme gesehen, aber auch zeitkritische Dokumentationen wurden gezeigt. Zuhause sehe ich mir gerne Serien an, zum Beispiel „Hubert und Staller“. Die neuen Tatorte sind mir zu psychologisch aufgemacht.

-Neben den Urteilen der Jury wird auch das Publikum einen Gewinner wählen. Deckt sich erfahrungsgemäß der Geschmack mit der Jury?

Grundner:Ich denke die Gewinner des Publikumspreises waren immer sehr gut aufgemacht. Viele Zuschauer befassen sich aber mit Amateurfilmen oder sind Cineasten und haben daher ein gutes Urteilsvermögen. Somit sind immer Deckungsgleichheiten in der Bewertung da.

-Was bringt das Festival Dorfen?

Grundner:Zum einen wird dadurch bekannt, dass in Dorfen eine sehr breite Kulturszene angesiedelt ist. Und die Stadt kann sich als Standort präsentieren, weil die Gastronomie und Hotellerie mit eingebunden ist.

-Mit wie vielen Gästen rechnen Sie?

Grundner:Ich gehe davon aus, dass es weit mehr als 100 Filmliebhaber sind, es wird überregional für die Veranstaltung geworben. Dazu kommt, dass zur gleichen Zeit der Grasmarkt stattfindet, damit wird es bei der Besucherzahl Schnittmengen geben. Erfahrungsgemäß ist auch immer eine große Zahl an Einheimischen im Publikum. Mit Smartphone und Internet fühlen sich heute viele zu Amateurfilmern berufen.

-Wo befindet sich die Grenze zwischen Youtube-Filmern und Kurzfilmfestival-Teilnehmern?

Grundner:Was über die Sozialen Medien verbreitet wird, sind größtenteils spontane Aufnahmen. Die Amateure, die sich hier dem Wettbewerb stellen, machen sich längere Zeit zu einem Thema Gedanken und verfassen oftmals ein Drehbuch. Dazu kommen filmerische Überlegungen wie Einstellung, Beleuchtung oder Blickwinkel dazu. Der technische Aufwand ist wesentlich höher.

Das Gespräch führte
Fabian Holzner

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