Der Landkreis auf der Grünen Woche

Liebe geht durch den Magen

Erding/Berlin - Zum zweiten Mal präsentiert sich der Landkreis auf der Grünen Woche in Berlin. Und das selbstbewusst: Der Stand auf der weltweit größten Agrar- und Verbrauchermesse ist mit fast 70 Quadratmetern doppelt so groß wie 2013.

Der Weg nach Bayern ist beschwerlich - zumindest in Berlin. Wer die Warteschlange am Eingang hinter sich gelassen hat, muss eine Rolltreppe hinauf, durch Thüringen, Hessen und Schleswig-Holstein hindurch, am XXL-Foto von Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich vorbei in Halle 22, dem lukullischen Freistaat im Kleinformat.

Mittendrin, zwischen Oberfranken, Pfaffenhofen und Rosenheim, residiert das Erdinger Land. 66 Quadratmeter ist der Stand groß und dennoch klein. Denn die Erdinger wollen möglichst viel von dem zeigen, was einen Urlaub hier attraktiv macht.

Wie ein großer Magnet wirkt der Ausschank des Erdinger Weißbräu, an dem Katrin Schmid, Anneliese Gritscher, Michael Piller und Heinz Nötsch ein 0,3-Liter-Glas nach dem anderen füllen. Hochprozentiger geht es direkt daneben zu. Die Edelbrände von Siglinde und Benedikt Pointner aus Pemmering sowie Andreas Franzl aus Oberkorb genießen längst einen guten Ruf weit über die Landkreisgrenzen hinaus.

Die ideale Grundlage dafür liefern die Landfrauen, die mit 1000 Eiern, 250 Kilogramm Zucker, sechshundert Hefewürfeln und einigen Säcken Mehl per Miet-Lkw in die Hauptstadt gekommen sind. Ihre Schuxn und Apfelpfannkücherl gehen über die Theke wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Erlesen auch die Kräuter und Brotaufstriche von Gabriele Geitner, Kräuterpädagogin vom Huberhof in Hohenpolding.

Der Kreis Erding präsentiert sich auf der Grünen Woche - Bilder

Derart gestärkt lässt sich das touristische Angebot des Erdinger Landes bestens studieren. Das Landratsamt ist mit mehreren Kräften und kartonweise Prospektmaterial in der Bayernhalle; besonders an Familien richten sich die Angebote der Anbietergemeinschaft Urlaub auf dem Bauernhof.

Für Landrat Martin Bayerstorfer war nach der Premiere auf der Grünen Woche vor einem Jahr klar: „Das müssen wir nicht nur fortsetzen, sondern auch ausbauen.“ Prompt wuchs der Stand um die Hälfte auf 66 Quadratmeter. Der Kreischef berichtet von einer sehr positiven Resonanz befragter Touristen und der Anbieter. Auch die Zahl der Buchungen habe danach spürbar zugenommen.

Pamela Kruppa, Vorsitzende der Tourismusregion Erding, berichtet, dass man die weltweit größte Verbrauchermesse nutzen wolle, um gerade den kleineren Anbietern wie Pensionen und Bauernhöfen eine Plattform bieten wolle. „Der Fremdenverkehr hat sich in den vergangenen Jahren extrem stark entwickelt. Und die Zahlen steigen weiter. Daher geht es hier darum, den Ruf des Landkreises als Destination zu festigen.“ Gerade im Fahrradtourismus sieht Kruppa einen Anker, ein charakteristisches Erkennungszeichen fürs Erdinger Land im sonst eher alpin geprägten Bayern-Tourismus. Nicht zuletzt sei das Fahrrad das ideale Verkehrsmittel, um nicht nur die Stadt Erding als Ziel wahrzunehmen, sondern auch die Landgemeinden.

Bürgermeistersprecher Hans Wiesmaier sieht im Tourismus gar ein neues Strukturmerkmal für den ländlichen Raum. „Hier können wir sanft Wertschöpfung vor Ort erzielen.“ Höfe könnten zu Quartieren umgebaut oder weiterentwickelt werden. „Das bietet den bäuerlichen Familien große Chancen und trägt dazu bei, den Charakter unserer Dörfer zu erhalten“, so der Rathauschef von Fraunberg. „Die Frauen können zu Hause bei der Familie bleiben und dennoch am Erwerbsleben teilnehmen.“ Mit Bayerstorfer ist sich Wiesmaier einig, dass diese Entwicklung die Wirtschaftskraft der Region „erheblich steigern kann, ohne neue Flächen zu versiegeln“.

Hans Moritz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lastwagen kippt um - Straße stundenlang dicht
Die Kreisstraße ED1 Maria Thalheim–Fraunberg war am Montag längere Zeit gesperrt, nachdem nahe der Abzweigung nach Kleinthalheim gegen 6.40 Uhr ein Lastwagen umgekippt …
Lastwagen kippt um - Straße stundenlang dicht
Taufkirchener Landwirte machen auf sich aufmerksam: Gemütliche Atmosphäre für ungemütliche Themen
Landwirte fühlen sich missverstanden. Mit einem Mahnfeuer wollen sie auf ihre Situation aufmerksam machen. Eines davon wurde in Taufkirchen entzündet. 
Taufkirchener Landwirte machen auf sich aufmerksam: Gemütliche Atmosphäre für ungemütliche Themen
Wanderweg für Wartenberg
In Wartenberg und Umgebung lässt es sich schön wandern. Zum Beispiel rund um den Nikolaiberg, am Kreuzweg vorbei. Und vielleicht auch bald auf einem Wanderweg entlang …
Wanderweg für Wartenberg
Wählergruppe Buch am Buchrain: Fünf Sitze als großes Ziel
Die Wählergruppe Buch am Buchrain hat ein klares Ziel für die Kommunalwahl 2020: Mindestens fünf Sitze sollen es sein.
Wählergruppe Buch am Buchrain: Fünf Sitze als großes Ziel

Kommentare