Der Landkreis in Zahlen 

Wirtschaftswunderland Erding

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Erding – In keinem Landkreis im Großraum München sind seit 2005 so viele Arbeitsplätze entstanden wie in Erding. Auch beim Wohnungsbau ist die Region – allen Unkenrufen zum Trotz – vorne mit dabei.

Am Ende jedes Jahres veröffentlicht der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München Zahlen und Statistiken aus der Metropolregion. Sie erlauben einen Vergleich der Landkreise im Speckgürtel der Landeshauptstadt. Die Daten von 2015 für die Kreisstadt und den Landkreis bestätigen den Ruf von Erding als Boom-Region einmal mehr.

Zwischen 2005 und 2015 ist der Landkreis um knapp 11 000 auf rund 134 000 Einwohner gewachsen. Das Plus von 8,7 Prozent bedeutet im Raum München Platz vier hinter Dachau, Ebersberg und München. Der Ausländeranteil beträgt 9,7 Prozent, nach Landsberg/Lech (7,5 %) der geringste Wert.

Das stärkste Bevölkerungswachstum seit 2005 ist in Oberding zu beobachten – plus 19 Prozent. Dahinter folgen Eitting und Forstern mit 17 beziehungsweise 16 Prozent mehr Einwohnern. Erding ist um neun Prozent gewachsen, der Landkreis um 8,7 Prozent. Schwund gibt es nur in einer Gemeinde: Wörth mit minus drei Prozent.

Allenthalben wird der Mangel an (bezahlbarem) Wohnraum beklagt. Die Kritik ist gerechtfertigt, allerdings ist es nicht so, dass der Markt nicht in Bewegung ist. Im Gegenteil: Im Landkreis wurden seit 2005 pro Jahr 4,5 Wohneinheiten auf 1000 Einwohner neu fertiggestellt, 2015 waren es 5,3 pro 1000. Eine noch höhere Zahl kann nur Dachau (6,8) aufweisen. Der Trend geht zu Häusern mit drei und mehr Wohneinheiten. Bei 37 Prozent aller neuen Anwesen handelte es sich um Mehrfamilienhäuser.

Gleichzeitig steigt aber auch die Wohnfläche pro Einwohner – von 40,3 Quadratmeter pro Einwohner vor zehn Jahren auf nun 45,4 Quadratmeter. Jede Wohnung war zuletzt im Schnitt von 2,4 Menschen bewohnt. In der Stadt Erding wurden vor zehn Jahren 13 648 Wohnungen in 5399 Häusern gezählt, 2015 waren es 16 347 Wohnungen in 6561 Gebäuden. Voriges Jahr kamen 181 Wohnungen dazu. 2014 waren es sogar 242.

Bei der Entwicklung der Arbeitsplätze – ein Indikator für die wirtschaftliche Kraft einer Region – steht Erding mit weitem Abstand an der Spitze. Seit 2005 sind knapp 13 000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte (inklusive Einpendler) dazugekommen. Derzeit sind es annähernd 40 000, ein Zehnjahres-Plus von 47,9 Prozent. Zum Vergleich: Im Großraum München beträgt das Plus 24,1 Prozent.

Wo immer mehr Menschen leben, nimmt auch der Verkehr zu: 776 Fahrzeuge pro 1000 Einwohner zählt die Zulassungsstelle. Für volle Straßen sorgen nicht zuletzt die Pendler: In die Kreisstadt fuhren voriges Jahr 8685 Arbeitnehmer (2005: 7125): 4726 aus dem Landkreis, 645 aus München. Umgekehrt verließen täglich 11 042 Menschen Erding in Richtung Arbeitsplatz. 1677 bleiben innerhalb des Landkreises, 3534 haben ihre Stelle in München.

Erding preist sich gern als besonders junge Stadt. Das stimmt. Auffällig ist jedoch, dass der Anteil der unter Sechsjährigen zurückgeht – seit 2009 kontinuierlich. Dafür hat der Anteil der Altersgruppen bis 29 Jahre zugenommen. Auf der anderen Seite wird die Bevölkerung der Kreisstadt zunehmend älter: Steigerungen gibt es in allen Altersgruppen von 40 bis 65 und älter.

Viele Kinder sind eine Herausforderung für die kommunale Infrastruktur. In der Stadt Erding gibt es 1852 genehmigte Kita-Plätze und 1519 betreute Kinder. Die Wünsche der Eltern können erfüllt werden. Statistisch ist das erst seit 2009 der Fall. Davor waren es mehr betreute Kinder als genehmigte Plätze.

Hans Moritz

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