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Bis zu den Knien standen die Einsatzkräfte – wie hier in Riding – im Wasser.

Ein Landkreis wird geflutet

Erding - Im Dauereinsatz waren am Mittwochabend die Feuerwehren im Landkreis Erding. An rund 100 Stellen sollten sie gestern gleichzeitig sein. Und per Hubschrauber wurde auch noch der Kronthaler Weiher abgesucht.

Ein Rucksack auf der Badewiese löste die schlimmsten Befürchtungen aus. „Wir hatten keine konkreten Hinweise, aber haben natürlich sicherheitshalber den Weiher per Hubschrauber absuchen lassen“, sagte ein Polizeisprecher gestern Abend. Auch die Wasserwacht war mit dem Boot auf dem See. Letztlich habe sich aber herausgestellt, dass lediglich ein betrunkener Jugendlicher seinen Rucksack vergessen hatte.

Erding: Ein Landkreis wird geflutet

Da waren die Feuerwehren aber bereits anderweitig beschäftigt. Kurz nach 18 Uhr war das Unwetter auf den Landkreis eingebrochen, das innerhalb weniger Minuten zahllose Keller überschwemmte. Speziell die Stadt Erding erwischte es böse. „Wir haben Unterstützung aus Notzing und Aufkirchen bekommen“, berichtete Kreisbrandrat Willi Vogl. Insgesamt waren rund 250 Einsatzkräfte von 32 Feuerwehren unterwegs. Ihre Hauptaufgabe: das Abpumpen von Kellern und anderen Räumen. Allein die Tanzschule Niestroy rechnet mit einem Schaden von über 40 000 bis 50 000 Euro. „Wir standen knöcheltief im Wasser. Das Parkett in einem Tanzsaal ist total zerstört, auch das Büro und der Eingangsbereich wurden geflutet“, berichtet Angela Niestroy. Ihr Dank gilt den 30 Helfern, die Schlimmeres verhinderten.

Hochprofessionell arbeitete auch die Zentrale Leitstelle. „Innerhalb von wenigen Minuten wurde da die Zahl der Mitarbeiter von vier auf zwölf hochgefahren“, lobte Vogl. So konnten die Einsatzkräfte effizient arbeiten. Etliche Brandmeldeanlagen wurden durch Wasserschäden ausgelöst. In Williamsville war die Feuerwehr wegen Gasgeruchs alarmiert worden - die Folge einer defekten Heizungsanlage. In Grünbach fiel ein Baum auf die Ampelanlage an der B 388. Überschwemmte Straßen meldete die Polizei zudem aus Moosinning und im Erdinger Stadtgebiet. Im Neubaugebiet am Erdbeerfeld (Gewerbegebiet Westpark Erding) wurde der Kies so weggespült, dass ein Kran in eine Baugrube fiel. Schwere Wasserschäden habe es auch im südöstlichen Landkreis gegeben, sagte Vogl. Das Positive: Bis gestern Abend wurden keine verletzten Personen gemeldet. Den Sachschaden war noch nicht zu beziffern.

Am Flughafen im Erdinger Moos herrschte von 18.01 bis 18.39 Uhr laut Sprecher Florian Steuer ein Abfertigungsstopp, weshalb etliche Maschinen an anderen Airports landen mussten. Nachdem der Flugbetrieb auch noch bereits den ganzen Tag über wegen eines Defekts des Instrumentenlandesystems und Nebels stark beeinträchtigt war (siehe Flughafenseite), waren letztlich 500 der 1200 geplanten Flüge mehr als eine halbe Stunde verspätet. 79 Flüge mussten annulliert werden.

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