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Ihren Betrieb zeigte Juniorchefin Stefanie Greimel den Politikern Andreas Lenz (l.) und Peter Bleser.

Landwirtschaft: Staatssekretär zu Besuch

Höfesterben durch „überzogene Auflagen“

Die Bedingungen für Landwirte sind schwierig. Darin waren sich die Teilnehmer einer Veranstaltung mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Peter Bleser einig.

Tankham – „Niemand kann ohne die Landwirtschaft leben“, sagte Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Er besuchte den Hof der Familie Greimel in Tankham (Gemeinde Bockhorn). Unter dem Motto „Zukunftsgerichtete Landwirtschaftspolitik – zwischen Verbrauchererwartung und Wirtschaftlichkeit“ hatte CSU-Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz den Fraktionskollegen aus Rheinland-Pfalz eingeladen. Daheim hat Bleser selbst einen Milchviehbetrieb.

Zu der Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AG ELF) kamen rund 40 Interessierte, unter anderem Landrat Martin Bayerstorfer, Fraunbergs Bürgermeister Hans Wiesmaier und der frühere MdB Max Lehmer. Die AG hatte den Schweinezuchtbetrieb ausgewählt, da in diesem Bereich die Probleme der Landwirte am größten seien.

„Durch überzogene Auflagen wird das Sterben der Betriebe verursacht“, erklärte der stellvertretende BBV-Kreisobmann Michael Hamburger. Diese Regulierungen finde man beispielsweise in der aktuellen Tierschutz- und Nutztierverhaltensordnung sowie in der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft. „Von politischer Seite wird der Landwirtschaft viel zugemutet“, bestätigte Lenz. So habe die aktuelle Düngeverordnung wenig mit der Realität zu tun. Ein weiteres Problem ist nach Darstellung der Standesvertreter das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration, das Anfang 2019 in Kraft tritt. Die AG ELF fordert eine praxistaugliche Alternative, die es bis jetzt noch nicht gebe.

Stefanie Greimel, die den Hof gemeinsam mit den Eltern Alois und Margit führt, gab bei einem kleinen Rundgang Auskunft über den Betrieb. 145 Zuchtsauen finden Platz im Stall. Deren Ferkel werden nach mehreren Wochen an einen Schweinemastbetrieb verkauft. Inzwischen sei der Schweinepreis wieder stabil, die 20-jährige Juniorbetriebschefin stellte aber fest: „Der Milchpreis braucht lange, bis er sich entwickelt, aber mit den Schweinen geht es schnell auf und ab.“

Bleser zeigte sich von dem Betrieb beeindruckt: „Ich habe einen sauberen, ordentlichen Stall und nur gesunde Tiere gesehen.“ Seiner Meinung nach werde die Landwirtschaft in der Öffentlichkeit oft schlecht dargestellt. Auch Bayerstorfer stellte klar, dass in Deutschland mit zweierlei Maß gemessen werde. Mangelnder Tierschutz werde kritisiert, aber Straftaten wie zum Beispiel der Hausfriedensbruch von Tierschutzorganisationen werde billigend in Kauf genommen.

Auch die Verbraucher kritisierte Bleser. Der Großteil wolle zwar mehr Tierschutz, sei aber nicht bereit, mehr dafür auszugeben. Das kürzlich von Bundesagrarminister Christian Schmidt vorgestellte Tierwohl-Label, ein Siegel, das höhere Anforderungen an die Schweinehaltung garantieren soll, sei eine Chance. „Die Verbraucher können an der Ladentheke zeigen, dass sie bereit sind, für den Tierschutz mehr zu zahlen.“

Der Parlamentarische Staatssekretär zeigte sich sehr offen für die Belange der AG ELF und versprach, sich für deren Forderungen einzusetzen. Trotz der anhaltenden Kritik an der Landwirtschaft war sich Bleser allerdings sicher: „Wenn es in 1000 Jahren noch Menschen gibt, dann gibt es auch noch Landwirte.“

von Maria Bachmaier

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