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Tibetische Grunzochsen grasen auf Josef Kaisers Weide an der Strogn in Flanning. Hier der Landwirt mit Frau Maria und den Kindern Rosa (9) und Valentin (11).

Landwirtsfamilie Kaiser hält tibetische Grunzochsen

In Flanning sind die Yaks los

Normalerweise leben Yaks in Tibet. Landwirt Josef Kaiser hat jedoch eine kleine Herde auf seinem Hof in Flanning. Die robusten Grunzochsen passen gut zu seinem Bio-Konzept.

Flanning – Lange Hörner, zotteliges Fell: Yaks sieht man in Bayern selten. In Flanning (Gemeinde Bockhorn) gibt es seit Oktober eine kleine Herde dieser tibetischen Grunzochsen, wie die Tiere wegen ihrer typischen grunzenden Laute auch genannt werden. Landwirt Josef Kaiser hat eine kleine Herde mit Fritzi und zehn Yak-Kühe wegen ihrer robusten Eigenschaften und ihrer ruhigen Mentalität gekauft.

Es sind Hausyaks. Die körperlich größeren Wildyaks waren ursprünglich am Himalaya und in Tibet beheimatet. Während der Hausyak in großer Zahl im Himalaya, in der Mongolei und sogar im Süden von Sibirien verbreitet ist, ist der Wildyak vom Aussterben bedroht. Wegen seiner Anpassung an die extremen klimatischen Bedingungen seines Lebensraumes stellt der Yak im zentralasiatischen Hochland und den angrenzenden Ländern nach wie vor die Lebensgrundlage eines großen Teils der dort lebenden Menschen dar. Er liefert Milch, Fleisch, Leder, Haar und Wolle.

Kaiser ist derzeit dabei, seinen Hof auf Biolandwirtschaft umzustellen. Wegen ihrer Eigenschaften passen ihm die Yaks, die er in einem Offenstall halten will, gut ins Konzept. Bei einem Verbandstreffen zur Umstellung auf Biolandwirtschaft hatte der 36-Jährige den Biolandwirt Alfons Kohl aus dem Landkreis Mühldorf getroffen. Dieser betreibt seit 1999 eine Yakzucht, hat Erfolge mit dem Verkauf diverser Spezialitäten wie Yakbraten, -gulasch und -würsten. Damit inspirierte er den Flanninger zum Neuanfang.

Kaiser und seine Frau Maria können sich gut vorstellen, die Yakzucht zu intensivieren, ihre Herde zu vergrößern und in einigen Jahren Fleisch ab Hof zu verkaufen. Das sei aber frühestens in fünf Jahren möglich, vorher seien die Tiere noch nicht reif zum Schlachten. Auch weiß Kaiser noch nicht, ob bereits eine der Yak-Damen trächtig ist.

Das Futter baut Kaiser auf Biobasis selbst an – Getreide, Erbsen und Ackerbohnen. Im ökologischen Landbau werden die Tiere weitgehend in den Betriebskreislauf integriert. Das bedeutet, dass nur so viele Tiere gehalten werden, wie von der Betriebsfläche ernährt werden können.

Warum stellt die Familie Kaiser auf Bio um? „Wir wollen bei unserer Arbeit mehr Freude mit der Natur haben“, sagt Maria Kaiser, die nebenan den Hofkindergarten Hofzwerge e.V. mit seinen Naturerlebnisräumen betreibt. „Unsere Landwirtschaft soll enkelverträglich werden“, bringt es ihr Mann auf den Punkt. Und: In der Landwirtschaft müssten neue Strategien her, weil das Alte bald nicht mehr funktioniere, meint der 36-Jährige.

Kaiser strebt eine Partnerschaft mit Demeter an. Als Öko-Pionier seit 1924 nimmt dieser Verband die Qualitätsführerschaft im Bio-Bereich für sich in Anspruch. Demeter-Hersteller leisten nach Angaben des Verbands erheblich mehr als die EU-Bio-Verordnung vorschreibt. Josef Kaiser ist überzeugt: Das kommt der Qualität der Lebensmittel ebenso zugute wie der Umwelt.

Peter Bauersachs

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