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Die Strogentaler Blasmusiker führten den Festzug zur 1250-Jahrfeier Langenpreisings an.

Bilder von der Jubiläumsfeier

1250 Jahre Langenpreising: Auftakt mit Klassentreffen

Die Gemeinde Langenpreising begeht dieser Tage ihr 1250. Jubiläum. Mit einer Auftaktveranstaltung am Mittwochabend und einem Klassentreffen begannen die Feierlichkeiten. Am Wochenende folgen weitere Veranstaltungen.

Langenpreising Die Gemeinde Langenpreising ist fulminant in die Festwoche zur 1250-Jahr-Feier gestartet. Schon beim Auszug zur Festhalle am Mittwoch waren 23 Nummern für den Festzug eingeteilt, dazu die römischen Ziffern für die besonderen Gäste. „Wir sind Römisch-Drei“, wies denn auch Moosburgs erste Bürgermeisterin Anita Meinelt ihren Wartenberger Kollegen Manfred Ranft an. In dem langen Festzug marschierte auch Landrat Martin Bayerstorfer mit.

Die Strogentaler hatten zuvor vor dem Dorfladen ein kleines Platzkonzert gegeben, während Freibier ausgeschenkt und die jungen Gäste versorgt wurden, denn die Schule und beide Kindergärten sowie die Jugendabteilungen der Vereine waren stark vertreten. Die Kapelle marschierte vorneweg und die Böllerschützen gaben alles. Aufgrund des Geräuschpegels im Festzelt verzichtete Bürgermeister Peter Deimel nach einigen vergeblichen Anläufen auf seine Ansprache. Er verteilte nur die Ehrengaben an die besonderen Gäste. Er hatte eine aufwendig gestaltete Mappe vorbereitet: ein liebevoller Nachdruck des ersten Dokuments aus dem Jahr 767, in dem die Gemeinde genannt wird, samt Übersetzung, dazu einige Eckdaten zur Gemeinde. Das kam gut an.

Das Klassentreffen, das der Festausschuss im Rahmen der 1250-Jahr-Feier gestern organisiert hatte, war ein durchschlagender Erfolg: Die Bogenhalle war bestens gefüllt. Bilder von den einzelnen Jahrgangsstufen hingen an den Wänden und stießen auf reges Interesse bei den Teilnehmern, die ihre alten Klassenkameraden suchten. Erinnerungsfotos wurden viele geschossen, aber noch mehr Erinnerungen ausgetauscht. Hans Kaspera, Vorsitzender es Ausschusses und einer der Ideengeber für dieses Klassentreffen, zeigte sich sehr zufrieden mit der Resonanz auf den Aufruf. Wie berichtet, war es nicht ganz einfach gewesen, alle ehemaligen Schüler zu „erwischen“, weil viele weggezogen waren, ohne ihre neue Adresse anzugeben.

1250 Jahre Langenpreising: Bilder von Jubiläumsfeier

Eine dieser Schülerinnen ist Elfriede Voll, geb. Gebhart. Ihre Eltern hatten das Friseurgeschäft in Langenpreising, das bis heute besteht, und das damals, als sie eingeschult wurde, auch noch der Bader war. „Ich war in der ersten Klasse, die der Rudi Weiß gehabt hat“, erzählte die 1951 eingeschulte heutige Friseurin. Acht Jahre lang sei sie in die Langenpreisinger Schule gegangen, und alle seien froh gewesen, dass endlich mal ein Lehrer gekommen ist, der blieb. „Wir hatten ja unterm Schuljahr Lehrerwechsel“, erzählte sie. „Rudi Weiß war eine Respektsperson, angehimmelt von allen Mädchen und Frauen, denn er war auch noch ein schöner Mann“, erinnerte sie sich augenzwinkernd. „Ich war eine Einser-Schülerin“, sagte sie. „Ich hatte eigentlich nie Probleme.“ Sie könne sich auch nicht erinnern, dass ihr Lehrer jemals einen Schüler geschlagen habe. Weiß selbst wusste aber sehr wohl, dass er so manche Watschn verteilt habe. „Ich war aber kein Prügel-Pädagoge“, meinte er und deutete an, dass es ihm in dem einen oder anderen Fall heute noch leid täte.

An diese eine Schülerin aber erinnerte er sich auch noch ganz genau: „Die war hochintelligent!“ Er habe sich durchaus vorstellen können, dass sie mal studierte. „Aber die hat auch so ihren Weg gemacht, und es ist ein guter Weg“, meinte er und erzählte von einer Situation, die heute völlig undenkbar wäre: Bei einem Ausflug nach München, den er allein mit seinen 57 Schülerinnen und Schülern gemacht hatte, fehlte plötzlich einer. Für jeden Lehrer, der einen Ausflug macht, der Albtraum. Er habe sich nicht mehr anders zu helfen gewusst, als eben dieser Elfriede Gebhart das Kommando zu übertragen und seine Klasse erst einmal zurück zu lassen. „Dann bin ich los gesaust und hab’ diesen Schüler gesucht.“ Das Ganze sei zum Glück gut aus gegangen. Plötzlich habe er hinter sich eine piepsige Stimme gehört: „Herr Lehrer, suchen Sie mich?“

Auch Anni Schwarzbölzl, die vielen aus ihrer jahrezehntelangen Zeit beim ehemaligen Oberwirt bekannt sein dürfte, ließ es sich mit ihren 95 Jahren nicht nehmen, das Klassentreffen zu besuchen.

Weiteres Programm

26. Mai, ist Seniorennachmittag im Festzelt, am Abend tritt um 20.30 Uhr die Rock-Antenne- Band auf. Den Festabend am Samstag gestaltet die Band Ledawix. Der Sonntag, 28. Mai, beginnt mit einem Festgottesdienst, den Bischof Haßlberger im Pfarrgarten zelebriert. Anschließend ziehen alle Gäste zum Festgelände.

(Klaus Kuhn)

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