So sah der „Wastlwirt“ früher aus. Paul Adelsberger datiert diese Aufnahme auf die Zeit Ende der 1950er Jahre.
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So sah der „Wastlwirt“ früher aus. Paul Adelsberger datiert diese Aufnahme auf die Zeit Ende der 1950er Jahre.
Überfüllter Schreibtisch, rauchender Schädel: Der Heimatforscher arbeitet an der Ortschronik anlässlich des Gemeindejubiläums von Langenpreising. 
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Überfüllter Schreibtisch, rauchender Schädel: Der Heimatforscher arbeitet an der Ortschronik anlässlich des Gemeindejubiläums von Langenpreising. 
Das „Gänsedorf“: Das Bild von 1935 zeigt Kinder mit Federvieh.
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Das „Gänsedorf“: Das Bild von 1935 zeigt Kinder mit Federvieh.

1250 Jahre Langenpreising

Das „Gänsedorf“ in Wort und Bild

Ein Team um Paul Adelsberger erstellt die Chronik der Gemeinde Langenpreising. Die Heimatforscher müssen sich durch einen Riesenfundus Fotos und Dokumente arbeiten. Zum Jubiläumsfest wird das Werk aber nicht fertig sein.

Langenpreising – Bei Paul Adelsberger in Langenpreising raucht der Schädel derzeit mehr als seine Zigaretten. Und das will beim Glimmstängelkonsum des pensionierten Erdinger Museumsleiters schon etwas heißen. Adelsberger arbeitet mit Hochdruck an der Ortschronik Langenpreising und will sich „ganz fest vornehmen“, das Manuskript bis Ende Juli abzuschließen. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

Riesigen Fotofundus eingescannt

Er könne sich auf einige fleißige Mitarbeiter und Co-Autoren verlassen, berichtet der Heimatforscher im Gespräch mit der Heimatzeitung. So habe Anneliese Nitsche-Rott nicht nur die Teile zur Wirtschaftsgeschichte und über einzelne Unternehmen verfasst, sondern darüber hinaus das Kriegsende in Langenpreising beleuchtet. Den Bereich „Vor- und Frühgeschichte“ hat Harald Krause, Archäologe und sein Nachfolger bei der Museumsleitung in Erding, abgedeckt. Manfred Pforr liefert Text und Bilder zu Landschafts- und Naturkunde.

Außerdem ist Adelsberger glücklich, dass er auf den gewaltigen Bilderfundus von Josef Kriegmair zurückgreifen kann. Der fleißige Fotograf des Gartenbauvereins hat aber natürlich keine Digitalkamera verwendet. Also müssen seine Schätze digitalisiert werden. Hier ist wieder Michael Knye mit seinem technischen Geschick gefragt. Er ist es auch, der die vielen Bilder von Langenpreisinger Bürgern aus früheren Jahren für die Chronik nutzbar macht. Herauskommt ein Bilderarchiv, aus dem noch Generationen werden schöpfen können.

„Wer weiß denn noch, dass Langenpreising wegen des vielen Wassers einmal das ,Gänsedorf‘ hieß?“ Ein nettes Foto von Kindern mit durchaus nahrhaftem Federvieh zeige das ganz deutlich, erläutert Adelsberger. Das Wasser der Strogen hat die Langenpreisinger immer wieder beschäftigt: „Es hat ja alle Nase lang Hochwasser gegeben“, sagt Adelsberger und zeigt Fotos vom überfluteten Ortskern. Am 12. Juli 1931 kam es aber ganz dick für Langenpreising: Der Mittlere Isarkanal, der über Geländeniveau an dem Ort vorbeifließt, brach. Alles stand restlos unter Wasser. Davon hat Adelsberger Bilder archiviert.

Auch Nazi-Zeit und Kriegsende Thema

Und dann sind da die vielen Ehrenamtlichen der Vereine, die Informatives über ihren Verein zusammengetragen haben, was einen Teil des großen Anhangs bilden wird. Auch wird eine Hauschronik erstellt, die alle Gebäude umfasst, auch in den Ortsteilen.

Langenpreising unter der Nazi-Herrschaft wird Adelsberger nicht aussparen. Der Heimatzeitung zeigte er schon mal das Foto vom Wahlkampf 1936, mit einer Gruppe von Bürgern mit dem „deutschen Gruß“. Ein Foto von Deutschen in englischer Kriegsgefangenschaft ist ebenfalls dabei. Einer dieser Gefangenen stammt aus Langenpreising. Zu lernen gibt es eine ganze Menge, schon aus den Bildern: Das typische Bauernhaus mit dem Stüberl-Vorbau etwa. Der Chronist muss sich jetzt durch diesen gewaltigen Fundus hindurcharbeiten und ahnt schon: „Es wird etwas umfangreicher als zunächst gedacht.“

von Klaus Kuhn

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