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IT und Kommunikation werden immer aufwändiger. Vorsitzender Wolfgang Wagner präsentierte Walter Huber und Mark Hübner als neue Verantwortliche (vorne, v. l.). Mit auf dem Bild sechs der 44 neuen Mitglieder (v. l.) Marco Döring, Peter Priesmeier, Helga Gnan, Birgit Weber und Alexander Grimm.

Navis Jahreshauptversammlung

169 000 Euro alleine für den Nepal-Einsatz

Zustorf – Die Hilfsorganisation Navis steuert auf zwei große Daten zu: Erstens könnte die Marke von 400 Mitgliedern in den nächsten Wochen geknackt werden. Aktuell sind es 395. Zweitens soll am 22. Juli im Sportpark Hallbergmoos das zehnjährige Bestehen begangen werden. Hallbergmoos wurde deshalb gewählt, weil dort der inzwischen in Moosburg ansässige Verein gegründet wurde.

Die Hauptversammlung am Freitag im Gasthaus Lintsche in Zustorf wollte Vorsitzender Wolfgang Wagner nicht nur als Pflichtveranstaltung im Rahmen des Vereinsgesetzes verstanden wissen, sondern auch als Gelegenheit, ein frohes Wiedersehen zu feiern. Dass von den Mitgliedern die Ehepartner mitgekommen waren, freute ihn besonders. „Das ist keine Selbstverständlichkeit, dass die Partner dabei sind, wenn einer vom Helfervirus befallen ist“, meinte er augenzwinkernd bei der Begrüßung.

Navis hat sich der Katastrophenhilfe im In- und Ausland verschrieben. Das Konzept wurde von erfahrenen Kräften aus Feuerwehr und Rettungsdienst sowie Experten aus Medizin, Technik, Kommunikation, Betriebswirtschaft, Logistik und Trinkwasseraufbereitung entwickelt.

Die Organisation hat ihre Basis etwas verbreitert und einen eigenen Fachbereich „IT und Kommunikation“ geschaffen. GPS-Geräte und Satellitentelefone, sechs Computer, ein großer Server im Lager, dazu die Infrastruktur, an jedem Ort der Welt ins Internet zu gehen – diese umfangreiche Ausrüstung hat das notwendig gemacht. Walter Huber und sein Stellvertreter Mark Hübner kümmern sich um diesen Bereich.

Zum Aufgabenfeld gehöre auch Dokumentation und Archivverwaltung, erläuterte Huber auf Nachfrage. Die Pflege des gewaltigen Bildarchivs zählte er ebenfalls dazu. Dieses ist seit dem jüngsten Einsatz in Nepal noch einmal größer geworden. Für Wagner zählte aber noch etwas anderes: 120 Mitglieder hätten sich spontan freiwillig für diesen Einsatz gemeldet, bei 300 Aktiven sei das eine großartige Quote.

In der Versammlung wurden 44 neue Mitglieder begrüßt. Schatzmeister Michael Gmach konnte sich einen Witz nicht verkneifen: Er sprach von „Teuro“ statt „Euro“, und davon verwaltet er 330 000, wobei gerade mal 11 540 Euro aus Mitgliedsbeiträgen kommen. Der ganze Rest sind Spenden, für die es immer wieder zu danken gelte, erklärte Gmach.

Auch auf eine andere Entwicklung wies er hin: Die Spenden fließen nicht mehr so stark einsatzabhängig. Immer dann, wenn Navis irgendwo auf der Welt im Einsatz war, sind Spenden geflossen, weil die Organisation in den Medien war. Das sei nun anders. „Wir sind einfach bekannter geworden“, mutmaßte er als Ursache für diese Entwicklung.

Wagner hob hervor, dass nach wie vor alles ehrenamtlich laufe, kein einziges Mitglied irgendeine Aufwandsentschädigung oder dergleichen bekomme. Das schaffe eine Vertrauensbasis, die es zu erhalten gelte. Kein Wunder, hat doch der Nepal-Einsatz alleine 169 000 Euro verschlungen. Die Helfer seien mit zwölf Tonnen Fracht hin und nur sieben zurück. Der Rest blieb da, unter anderem Zelte im Wert von 30 000 Euro. 2000 Patienten wurden behandelt, 130 000 Liter Trinkwasser aufbereitet.

Dass dank der Spendenbereitschaft die Organisation so schnell danach wieder voll einsatzklar war und die Ersatzbeschaffungen getätigt werden konnten, freute den Vorsitzenden besonders. Zu den Geräten, die neu im Bestand sind, gehört auch eine Baby-Waage. Was alle Fachbereiche in ihren Ausblicken dokumentierten, war die Fortführung intensiver Schulungen, etwa im Bereich Trinkwasseraufbereitung.  klk

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