50 Jahre Frauenbund Langenpreising

„Was werden die Männer dazu sagen?“

Seit einem halben Jahrhundert gehört der Frauenbund zum Langenpreisinger Gemeindebund. Pfarrer Bruno Grzondziel hatte 1967 bei der Gründung aber Bedenken.

Langenpreising – Vor 50 Jahren war die Welt noch eine andere – auch in der Kirche. Als sich 1967 etwa 40 Langenpreisingerinnen zu einem katholischen Frauenbund zusammenschließen wollten, war der Pfarrer nicht begeistert davon. Bruno Grzondziel stand der Chronik zufolge auf dem Standpunkt, dass Frauen in der Kirche zu schweigen hätten. Seine Hauptsorge galt den Männern: „Was werden die Männer dazu sagen?“, wird Grzondziel in der Chronik zitiert, und in der Tat war der „Weiberverein“ erst einmal nicht besonders beliebt.

Weil sich seitdem aber vieles geändert hat, gehört die Hohe Geistlichkeit selbstverständlich zur 50-Jahr-Feier des Vereins. Die Einladung ist nach Angaben von Magdalena Heilmeier vom Vorstand schon raus. Los geht es am Sonntag, 10. Dezember, um 9.30 Uhr ohnehin mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche. Beim weltlichen Teil im Oberwirt werden langjährige Mitglieder geehrt.

Bis auf die anfängliche Skepsis des Pfarrers gibt es über die ersten Jahre des Frauenbunds keine genaue Aufzeichnungen. „Damals ist nichts aufgeschrieben worden. Wir hatten ja keine Schriftführerin und keine Kassierin. Das ist alles erst viel später gekommen“, erzählt Heilmeier. Und so steht eben in dem Text für die Gemeindechronik, dass es wohl 35 bis 40 Frauen gewesen sein müssen, die den Frauenbund im zweiten Anlauf aus der Taufe gehoben und Anna Hock als Vorsitzende sowie Margarethe Braun als ihre Stellvertreterin gewählt hatten.

Schon sehr früh hatte der Frauenbund ein Spendenkonto, mit dem seit der Gründungszeit das Werk der aus Langenpreising stammenden Klosterschwester Elisabeth Schwaiger in Brasilien unterstützt wird. Die Ordensfrau kümmert sich dort um Straßenkinder und arme Frauen. So konnten die Langenpreisinger etwa im Jahr 2011 mit Nähmaschinen die Möglichkeit schaffen, dass diese sozial benachteiligten Frauen sinnvolle Arbeit bekommen.

Viele Aktionen kamen im Laufe der Jahre hinzu: Weiberfasching, Weihnachtssingen und vieles weitere. Seit vergangenem Jahr stehen Christine Prediger, Brigitte Beibl und Heilmeier an der Spitze. Und das gute Werk steht imme noch im Vordergrund. Die Frauen haben 2016 einen Wagen für den Kindergarten mitfinanziert, sich an der Kirchturmsanierung beteiligt, die Kinderkrebshilfe bedacht und die heilpädagogische Kindertagesstätte in Moosburg unterstützt.

von Klaus Kuhn

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