Christian Rindsfüßer stellte die Bedarfsanalyse für Langenpreising vor.
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Christian Rindsfüßer stellte die Bedarfsanalyse vor.

Gemeinderat: Bedarfsanalyse zeigt, dass gehandelt werden muss

Bei Langenpreisinger Kinderbetreuung ist alles auf Kante genäht

So viel, wie derzeit Platz ist bei der Kinderbetreuung in Langenpreising, so viel ist derzeit auch belegt. Es herrscht Handlungsbedarf, wie eine Analyse zeigt.

VON KLAUS KUHN

Langenpreising – In der Gemeinde Langenpreising fehlen je ein Raum für die Krippe, für den Kindergarten und für den Hort, alles ist komplett ausgereizt. Das sind die zentralen Ergebnisse der Bedarfsanalyse, die Christian Rindsfüßer vom Institut für Sozialplanung, Jungend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik in Augsburg am Dienstag im Gemeinderat vorstellte.

Der Diplom-Statistiker hat mit nicht ganz aktuellen Zahlen gearbeitet: Seine Ergebnisse unterschieden sich signifikant von den Ist-Zahlen der Langenpreisinger Einrichtungen. 166 Kinder werden nach Aussage von Bürgermeister Josef Straßer derzeit betreut. Nachdem Rindsfüßer die Zahlen präsentiert hatte, war es Josef Buchner (FW Zustorf), der die alles entscheidende Frage stellte: „Wie viel müssen wir bauen?“ Der Referent meinte, dass die Schule auf Kante genäht sei: „Sieben Klassenzimmer sollten Sie haben“, sagte er. Das entspreche der aktuellen Belegung. Und: „Sie müssen mit einer Nicht-ganz-Zweizügigkeit rechnen.“ Grundsätzlich gelte aber: „In der Grundschule erwarten wir einen Anstieg.“

Anlass für die Überlegungen war die Feststellung im Mai, dass Krippenplätze knapp werden. Man habe, so Straßer, schnell neue Kapazitäten schaffen können, bloß seien diese jetzt auf vier Gebäude verteilt. 87 Plätze seien es jetzt, 87 seien belegt.

Das ist schlecht, denn Rindsfüßer führte den Nachweis, dass auch unter dem Jahr Kinder dazukommen könnten, und das gelte verstärkt für unter Dreijährige. „Langenpreising ist eine sehr junge Gemeinde, wie der Landkreis Erding insgesamt“, so der Statistiker. „Wenn Zuzüge da sind, sind das Familien mit kleinen Kindern.“ Bei den Geburten gebe es starke Schwankungen, was die Planungen erschwere. Schmunzelnd meinte er, dass es spannend werden könne, was an „Lockdown-Kindern“ hinzukommen könne.

Interessant fand der Fachmann die Nachfrage im Hort. Dieser sei auch von der Finanzierung her Sache der Gemeinde. Zugleich wies er nach, dass Elternbefragungen ihre Tücken haben: Da würde eine Ganztagsbetreuung stark nachgefragt, tatsächlich aber war bekanntlich gerade in Langenpreising die Zahl der Anmeldungen zu gering, um ein Angebot starten zu können.

Das Institut hat der Gemeinde ein Prognoseinstrument an die Hand gegeben, mit dem sie die Szenarien durchspielen kann. Der Statistiker riet dringend, sich das Jahr 2021 genau anzuschauen. Weil für Kinder, die einen erhöhten Förderbedarf haben, mehr Plätze gerechnet werden müsse, werde es nochmal komplizierter. Hochgerechnet hat der Referent jedenfalls, dass im Jahr 2030 155 Plätze in Kinderkrippe und Kindergarten bereitstehen sollten.

Mit der Bedarfsanalyse war die Gemeinde in eine Vorreiterrolle in der Verwaltungsgemeinschaft gegangen. Wie berichtet, zieht Wartenberg jetzt nach. In Berglern überlegt der Gemeinderat noch, ob er sich anschließen soll.

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