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Zum gemeinsamen Schießen haben sich die teilnehmenden Böllerschützen nach der der Arbeitstagung aufgestellt. 

Arbeitstagung der Böllerschützen

Schießen ohne Schrecken

Langenpreising – Für die einen ist es krachende Tradition, für die anderen nur Lärm: Das Böllerschießen spaltet die Gemüter. Besonders in Zeiten von Terrorangst haben die Schützen einiges zu beachten.

Wenn die Böllerschützen ihre Kreistagung haben, dann ist das nicht zu überhören. Sie haben natürlich ihr „Lärmgerät“ dabei, wie der Gesetzgeber ihre Ausrüstung nennt. Die Veranstaltung war angemeldet, und auch der anwesende Vize-Chef der Polizeiinspektion Erding, Bodo Urban, hatte keine Probleme mit den vier Schuss, die abgegeben wurden.

Dabei war genau das das Hauptthema der Tagung: Die Traditionspflege einerseits und die Beschwerden gegen die angebliche Lärmbelästigung andererseits. Vize-Landrat Jakob Schwimmer sprach von einem Brauch, „der relativ wenig mit Krieg zu tun hat“. Dass das Schießen aus kirchlichen Anlässen zum Teil abgeschafft worden ist, könne er nicht nachvollziehen, meinte er weiter.

Genau das aber wurde auch zum Thema, als Gastreferent Robert Weinsteiger vom Gau Freising über Pfarrer sprach, die „absolut nicht schussfest“ seien. Da müsse man eben das Gespräch suchen. Zu diesen gequälten Geistlichen gesellte sich auch ganz ehrlich Bürgermeister Peter Deimel, der zugab: „Da hebt’s mich immer zehn Zentimeter vom Boden weg.“ Angesichts der Statur des Gemeindechefs konnte sich einer den Zwischenruf nicht verkneifen: „Das will ich sehen.“ Aber Deimel meinte es durchaus ernst: „Als Bürgermeister muss man das aushalten“, sagte er zu Potesten gegen das Schießen. Bürgermeister müssten vermitteln: „Man versucht, einen Mittelweg zu finden.“

„Wenn wir eine Anmeldung haben, können wir die Menschen beruhigen“, sagte Urban und verwies auf die aktuelle Situation: „Man muss auch die politische Lage sehen. Wenn irgendwo geschossen wird, wird gleich die Polizei gerufen.“ Das griff auch der Gastreferent auf: „Die Situation ist äußerst angespannt“, warnte er und rief zu konsequenter Kommunikation auf. „Wenn du bei einem Volksfest hinter dem Zelt schießt, und vorn weiß niemand was, dann ist das dem Ganzen nicht so dienlich.“ Die Zeiten, für die das Schießen angemeldet worden sei, sollten eingehalten werden. „Die Leute richten sich doch drauf ein, etwa, was ihre Haustiere angeht.“

Zu einer Demonstration, wie man ein solches Schießen relativ haustierfreundlich abhalten kann, wurde denn die Schießübung, zu der sich die Schützen auf der Bogenanlage aufstellten. Nach den Kommandos von Schussmeister Franz Burgholzer begannen sie mit einer langsamen Abfolge von Einzelschüssen. So könnten sich alle an die entstehende Lärmkulisse gewöhnen. Erst danach ließen die Schützen den gemeinsamen Salut krachen. Alle waren zufrieden, zumal es nur einen Versager gab.

Zufrieden waren die Schützen mit der Mitteilung, dass Übungsschießen jetzt versichert werden können. Die seit Jahren laufenden Bemühungen dafür stünden vor einem erfolgreichen Abschluss, hieß es am Rand der Tagung.

Klaus Kuhn

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