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„Hier geht es zuweilen zu wie in Rimini“: Der Baisch-Weiher in Langenpreising ist ein beliebter Badesee. 

Baisch-Weiher

Debatte um Dixi-Klo und Badestrand

Die sanitären Anlagen am beliebten Baisch-Weiher sind nicht ausreichend. Bürgermeister Peter Deimel hofft auf Unterstützung vom Landratsamt. Die Diskussion über eine Verlegung des Badebereichs stößt bei der Wasserwacht auf Skepsis.

Langenpreising – Nicht mehr lange, dann sind Sommerferien und mit ihnen hoffentlich Badewetter. Ein beliebtes Ziel ist der Baisch-Weiher in Langenpreising. Die Gemeinde würde das Gewässer nach wie vor gerne erwerben. Bürgermeister Peter Deimel bestätigte auf Nachfrage, dass die Kommune nach wie vor Interesse habe. Zunächst aber sind aktuelle Probleme zu lösen, etwa die Frage der sanitären Einrichtungen. Die Ausstattung ist eher mäßig. Die Wasserwacht, die sich um die Ordnung und Sauberkeit rund um den See kümmert, beobachtet Kinder, die ihr Geschäft auf der Wiese verrichten.

Es gab im Zuge der Diskussion um die Dorferneuerung einmal die Überlegung, ein festes Häuserl zu schaffen. „Das hätte in Zusammenarbeit mit der Raiffeisen-Bank gemacht werden sollen“, erinnert Deimel. Ursprünglich wollte die Bank in seinem unmittelbar angrenzenden Gebäude investieren, hat dieses Vorhaben aber zurückgestellt, weil der Konflikt zwischen Wohnnutzung und Badebetrieb nicht befriedigend gelöst werden konnte.

Also gibt es für die Badegäste ein Dixi-Klo. Es steht in unmittelbarer Nähe zum Kiosk und erweckt so den Eindruck, dass es zu diesem Betrieb gehört. Es wird aber von der Gemeinde finanziert.

Deimel weigert sich, weitere Dixi-Klos aufstellen zu lassen. Er gehe davon aus, dass der Gastronomiebetrieb – und ein solcher sei der Kiosk – eine eigene Toilette brauche. Da sieht der Bürgermeister die Verantwortung beim Landratsamt, dies mit Auflagen durchzusetzen. Warum das nicht schon längst geschehen sei, entziehe sich seiner Kenntnis.

Deimels Rechtsauffassung wird von den Ehrenamtlichen der Wasserwacht geteilt. Die Lebensretter wollen sich dafür stark machen. Sie haben ein nicht zu unterschätzendes Druckmittel: Klopapier gibt’s nämlich bei der Wasserwacht.

Badestrand auf der anderen Seite?

Das Büro Otto Kurz hat im Rahmen der Dorferneuerung vorgeschlagen, den Badebetrieb am Baisch-Weiher an das hintere Ufer und damit möglichst weit weg von geplanter Wohnbebauung zu verlegen. Das könnte zwar den Konflikt zwischen der Lärmentwicklung am Badestrand und dem Ruhebedürfnis von Anwohnern entschärfen. Die Idee stößt jedoch bei der Wasserwacht auf Skepsis: Eine Verlegung des Badebetriebes ist aus ihrer Sicht technisch fast nicht zu machen, denn dann müsste der ganze See komplett und durchgreifend verändert werden.

„Da ist die tiefste Stelle im See, da geht es bis 14 Meter runter“, berichtet der technische Leiter Reinhard Riekers. Eine flache Badezone für Kinder ließe sich nur anlegen, indem man den See dort auffülle. Auch eine Liegewiese müsste für eine Verlegung in dem bisher bewaldeten Bereich neu angelegt werden. Doch die Gemeinde ist dort nicht Grundeigentümer. Wenn, dann mache eine solche Maßnahme nur Sinn, wenn sie mit einer Vergrößerung einhergehe. „Hier geht es zuweilen zu wie in Rimini“, berichtet Riekers.

Für eine derart andere Situation wäre auch die Wachstation falsch situiert. Der Badebereich könnte dann nicht mehr eingesehen werden. Auch die Probleme der Zufahrt, die gleichzeitig ein frei zu haltender Rettungsweg wäre, und der Parkplätze würden sich neu stellen.

von Klaus Kuhn

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