Unser Bild zeigt die eingerüstete neue Brücke über den Strogenkanal in Langenpreising im November.
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Unser Bild zeigt die eingerüstete neue Brücke über den Strogenkanal in Langenpreising im November.

Gemeinde muss für Entsorgung des Sondermülls 34 000 Euro zahlen

Beim Langenpreisinger Brückenbau: Krebserregende Stoffe gefunden

Beim Neubau der Brücke über den Strogenkanal in Langenpreising haben die Bauleute eine ähnlich böse Überraschung erlebt wie vor wenigen Jahren bei Leitungsbauarbeiten in der Moosburger Straße: Beim Abbau des alten Straßenbelags ist Material zutage getreten, das als Sondermüll für viel Geld hat entsorgt werden müssen.

Langenpreising – Teer ist eben nicht Asphalt, wie er heute verbaut wird, sondern potenziell grundwassergefährdend. So blieb dem Gemeinderat nichts anderes übrig, als ein Nachtragsangebot von über 34 000 Euro für die Entsorgung durchzuwinken. In einer Pressemitteilung ergänzt Bürgermeisterin Natalie Kienmüller-Stadler, dass der Stoff als krebserregend eingestuft werde.

Die Summe für die vergleichsweise kleine Fläche ist ein Vorgeschmack auf das, was auf die Gemeinde nächstes Jahr zukommen kann, wenn sie wirklich an die Sanierung der alten Staatsstraße durch die Pottenau gehen will. Es ist wahrscheinlich, dass die Fachleute in der ehemaligen Staatsstraße fündig werden. Erstens ist das Material dort schon mal aufgetreten, und zweitens wartet das Bayerische Landesamt für Umwelt in einem Merkblatt mit folgenden Daten auf: „Noch bis vor etwa 40 Jahren wurden knapp zwei Drittel des gesamten Steinkohlenteerpech-Aufkommens in der Bundesrepublik Deutschland als Bindemittel im Straßenbau eingesetzt. Bis zum endgültigen Verzicht auf Straßenpech Anfang der 1980er-Jahre wurden häufig auch unterschiedliche Gemische von Pech mit Bitumen als Bindemittel im Straßenbau verwendet. Dies erschwert heute häufig eine eindeutige Identifizierung von pechhaltigem Straßenaufbruch.“ Eine direkte Grundwassergefährdung von ordnungsgemäß verbautem Material kann die Behörde immerhin weitgehend ausschließen.

Schon bei den Verhandlungen über die Übernahme der alten Staatsstraße nach Fertigstellung des Autobahnzubringers hatte das Thema eine Rolle gespielt. Die Gemeinde wollte damals vermeiden, dass sie auf den Kosten sitzen bleibt. Bei einer Totalsanierung der Straße durch die Pottenau droht der Gemeinde ein teures Verfahren. Schon Bürgermeister Peter Deimel hatte im Zuge der Gespräche Bohrungen anfertigen lassen, um zu erfahren, was die Gemeinde hier erwartet. Es könnte also spannend werden.  klk

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