Nur noch Restarbeiten: Die Brücke über den Strogenkanal in Langenpreising ist fertig Foto: Roland Albrecht
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Nur noch Restarbeiten: Die Brücke über den Strogenkanal in Langenpreising ist fertig.

Brücke über den Strogenkanal in Langenpreising ist fertig – Kosten: rund 780 000 Euro

Das Ende einer unendlichen Geschichte

Sie ist tatsächlich fertig: Die Brücke über den Strogenkanal in Langenpreising. Ab Freitag wird sie dem Verkehr übergeben, es fehlen nur noch Kleinigkeiten.

Langenpreising – Die Brücke an der Plattachmühlstraße über den Strogenkanal in Langenpreising kann am Freitag dem Verkehr übergeben werden. Auch wenn, wie 3. Bürgermeisterin Natalie Kienmüller-Stadler mitteilt, noch ein paar Restarbeiten anstehen. Damit kommt eine „unendliche Geschichte“ doch zu einem Ende.

780 000 Euro hat dann die neue Straßenverbindung gekostet, wobei fast eine Punktlandung möglich war, was die Angebotssumme und die tatsächlichen Baukosten angeht. Das einzige Nachtragsangebot betraf die überraschenden Teerfunde im alten Straßenbelag. Die Gemeinde Langenpreising erhält für den Brückenneubau einen Zuschuss von 65 Prozent der förderfähigen Kosten.

Diese Bausummen unterscheiden sich drastisch von jenen, die schon einmal im Raum standen. So hatte es 2018 ein Angebot gegeben, das mit gut 935 000 Euro das günstigste war. Die Kostenschätzung hatte bei 527 500 Euro gelegen. Der Rat zog mit Rückendeckung übergeordneter Stellen die Reißleine und hob die Ausschreibung auf.

Bürgerinitiative wurde gegründet

Das war aber bereits die zweite Aufhebung der Ausschreibung: Massive Mängel bei der ersten hatten schon vorher zu einer Aufhebung geführt. Da waren wesentliche Teile der Statik schlicht nicht aufgetaucht.

Damit nicht genug: Am 11. November 2014 hatte der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zur Erneuerung der Brücke – Kienmüller-Stadler nannte das Baujahr 1929 – gefasst. Hauptgründe für die Entscheidung waren, dass der Brückenneubau dann auf 60 statt bisher auf 30 Tonnen berechnet werden könne und im Gegensatz zu einer Sanierung des Bestands bezuschusst werde. Eine Sanierung für damals geschätzte 116 000 Euro hätte keine Verbesserung der Tragfähigkeit ergeben.

Was dann aber folgte war das, was der damalige Bürgermeister Peter Deimel mehrfach „eine unendliche Geschichte“ genannt hat. Das Wasserwirtschaftsamt schaltete sich ein und forderte eine größere Durchlassbreite für den Hochwasserfall. Das trieb nicht nur die Kosten in die Höhe, sondern auch die Bürger, die unterhalb der Brücke wohnen, auf die Barrikaden. Eine Bürgerinitiative wurde gegründet, eine Versammlung im Feuerwehrhaus abgehalten. Der Gemeinderat gab allen Beteiligten durch schlichten Stopp der weiteren Planung Zeit, alle Fragen zu klären.

Gemeindewappen und Jahreszahl kommen noch

Dieser Stopp zwang auch das Wasserwirtschaftsamt zu Zugeständnissen. Erst als alle diese Sorgen wenigstens einigermaßen berücksichtigt werden konnten, ging es mit der Planung weiter. Aber man war in der Zeit der Hochkonjunktur, die Preise eilten davon.

Ursprünglich war der Versuch gemacht worden, den Gemeindeanteil an dem Neubau nach Abzug aller Zuschüsse auf 200 000 Euro zu begrenzen. Das Ziel ist nicht mehr zu erreichen, auch wenn die Gemeinde mit der dritten Ausschreibung vergleichsweise Glück gehabt hat.

15 Meter ist der Neubau lang, sechs Meter Breite misst die Fahrbahn bei der Brücke, die komplett vor Ort betoniert worden ist und auf acht Ortbetongroßpfählen mit 90 Zentimetern Durchmesser ruht. Auf der Nordseite ist jetzt ein gemeinsamer Geh- und Radweg, der den baufällig gewordenen und über Jahre gesperrten Holzsteg ersetzt. Das Stahlgeländer soll in den nächsten Wochen noch das Gemeindewappen samt Jahreszahl erhalten.

Klaus Kuhn

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