Andrea Reif aus Zustorf fertigt Babyportraits und Glückwunschkarten an.
+
Das nächste Projekt ist bereits in Arbeit: Andrea Reif fertigt Babyportraits und Glückwunschkarten an.

Andrea Reif aus Zustorf hat ihr Hobby zum Beruf gemacht

Die Babyzeichnerin

Dass nach der Geburt, oft noch gleich im Krankenhaus, Babyfotos gemacht werden, kennt man ja. Andreas Reif aus Zustorf macht es ein bisserl anders: Sie zeichnet Babys.

VON JULIA PFEIL

Zustorf – Die Isolation in der Corona-Krise hat bei vielen Menschen für Langeweile und Monotonie im Alltag gesorgt. Andrea Reif (23) aus Zustorf ist das beste Beispiel dafür, dass man die Zeit während des Lockdowns auch sinnvoll nutzen kann. Mit ihrer „Babyzeichnerei“ wagte sie Ende April den Schritt in die Selbstständigkeit.

Eine Fotovorlage, ein gespitzter Bleistift und ein Skizzenblock: Mehr braucht Andrea Reif nicht, um das Motiv eines Digitalfotos zu Papier zu bringen. Dass die 23-Jährige ein besonderes Gespür für Proportionen und Formen hat, beweisen ihre monochromen Kunstwerke auf ihrer Homepage (www.babyzeichnerei.de). Mithilfe von Büchern und YouTube-Videos eignete sich die Zustorferin die aufwendige Zeichentechnik autodidaktisch an.

Bis zu drei Stunden investiert sie in eine Glückwunschkarte, die vorzugsweise zur Geburt oder Taufe verschenkt wird. Der Preis wird individuell vereinbart und orientiert sich am Papierformat und dem Herstellungsaufwand. „Man braucht Geduld und muss vieles ausprobieren“, verrät die studierte Kommunikationswissenschaftlerin ihr Erfolgsrezept. Dabei würden die ersten Bleistiftstriche und die detailreichen Haare die größte Herausforderung darstellen.

Was ursprünglich als Geschenkidee für frischgebackene Eltern im Bekanntenkreis geplant war, entwickelte sich zu einem handfesten Kleingewerbe, bei dem der Name Programm ist. „Handgezeichnete Babyportraits stellen ein Nischengeschäft dar, mit dem die Leute etwas anfangen können“, erklärt die ehemalige Studentin, die ihr Bachelorstudium im März erfolgreich abgeschlossen hat. Den ersten Schritt in Richtung Geschäftsidee verdankt sie einer Hebamme, die durch zwei befreundete Paare auf eines ihrer Werke aufmerksam geworden ist. „Sie hat mich gefragt, warum ich die Bilder nicht verkaufe“, erinnert sich die Zustorferin an die Anfangszeit.

Die darauffolgende Ausgangssperre nutzte sie, um ihr Vorhaben zu konkretisieren. Trotz anfänglicher Bedenken ist die 23-Jährige froh über ihre Entscheidung und die damit verbundenen, positiven Rückmeldungen bisheriger Kunden. Um potenzielle Käufer zu gewinnen, bewirbt Reif die Ausstellungsstücke auf ihrer Homepage und in sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram.

Neben Onlinewerbung ist ihr der unmittelbare Kundenkontakt und die Zufriedenheit der Abnehmer besonders wichtig. „Ich schicke den Auftraggebern zwischendurch eine Skizze, um die Proportionen abgleichen zu können“, schildert die Künstlerin das Vorgehen. Die anschließende Auslieferung erfolgt persönlich. „Die Aufträge sind derzeit noch regional begrenzt“, fügt sie hinzu. Auf langfristige Sicht könne sie sich jedoch vorstellen, ihr Hobby zum Beruf zu machen.

Neben einer Ausweitung des Kundenstamms plant Reif auch, ihre Produktpalette zu erweitern. Die Bleistiftzeichnungen sollen um Farbportraits, die mit Pastellstiften und -kreiden angefertigt wurden, ergänzt werden. Die Verwendung von Holzmaterialien sei ebenfalls denkbar. Rückblickend kann die 23-Jährige der Krise einen positiven Aspekt abgewinnen. „Ohne den Lockdown hätte ich das Projekt vermutlich nie angepackt“, schmunzelt sie.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kroatien-Urlaub zu Corona-Zeiten: Familie aus Bayern erhält Hassbrief - der Inhalt macht betroffen
Kroatien-Urlaub zu Corona-Zeiten: Familie aus Bayern erhält Hassbrief - der Inhalt macht betroffen
Lehrerin an Gymnasium mit Corona infiziert
Lehrerin an Gymnasium mit Corona infiziert
Flughafen München: „Wie das gehen soll?“ - Passagier verwundert über Schild - Airport reagiert
Flughafen München: „Wie das gehen soll?“ - Passagier verwundert über Schild - Airport reagiert
„Vater des Volkesfestes“ ist tot: Günter Rilke stirbt im Krisen-Jahr der Schausteller
„Vater des Volkesfestes“ ist tot: Günter Rilke stirbt im Krisen-Jahr der Schausteller

Kommentare