Der neue Vorstand mit (vorne, v. l.) Maria Reindl, Marianne Huber von der Kreisgeschäftsstelle Erding, Rita Neumaier, Christian Metschar, Bruno Janke sowie (hinten, v. l.) Josef Furtner, Max Endner, Adolf Neidhart und Erna Pfeiffer.
+
Der neue Vorstand mit (vorne, v. l.) Maria Reindl, Marianne Huber von der Kreisgeschäftsstelle Erding, Rita Neumaier, Christian Metschar, Bruno Janke sowie (hinten, v. l.) Josef Furtner, Max Endner, Adolf Neidhart und Erna Pfeiffer.

VdK Langenpreising: Immer mehr Mitglieder, auch wegen Corona – Janke neuer Vorsitzender

„Die Menschen brauchen uns“

Beim VdK-Ortsverband Langenpreising gibt es einen Führungswechsel: Für den aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierenden Vorsitzenden Adolf Neidhart wurden Bruno Janke zum neuen Vorsitzenden und Maria Reindl zu seiner Stellvertreterin gewählt.

VON SYLVIA STADLER

Langenpreising – „Entgegen jedem Trend in Vereinen, Parteien und Gewerkschaften wächst der VdK auch oder gerade in der Corona-Pandemie kontinuierlich, mit aktuell bis zu 250 Neuaufnahmen pro Tag in Deutschland“, informierte der scheidende Vorsitzende Neidhart im Gasthaus Lintsche in Zustorf. Allein im September habe der VdK Bayern mehr als 5000 Neumitglieder gezählt. Auch im Ortsverband Langenpreising sei die Zahl der Neuen seit 2019 um 44 auf jetzt 221 gestiegen.

Die Krise habe eindrücklich gezeigt, „dass die Menschen uns brauchen“, so Neidhart. „Kompetente Sozialrechtsberatung, engagiertes Ehrenamt und sozialpolitische Schlagkraft sind die drei Säulen des VdK“, sagte Neidhart. Wie er weiter berichtete, habe der Landesverband einen Hochwasser-Hilfsfonds eingerichtet und die Ortsverbände – der Langenpreisinger wird an diesem Donnerstag übrigens 70 Jahre alt (siehe Kasten) – dazu aufgerufen, ihn im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. In einer online einberufenen Vorstandssitzung habe man den Beschluss gefasst, 500 Euro zu spenden, ließ der Vorsitzende wissen. Die Spende sei möglich geworden, weil aufgrund der Pandemie der traditionelle Seniorenausflug nicht durchgeführt worden und so ein Betrag übrig geblieben sei.

Langenpreisinger Ortsverband wird 70: Erste Aufgabe waren die Kriegsgeschädigten, Witwen und Waisen

Der VdK-Ortsverband Langenpreising wird an diesem Donnerstag 70 Jahre alt. Wie aus der Chronik zu entnehmen ist, wurde der Sozialverband am 18. November 1951 im Rahmen einer Versammlung im Gasthaus Daschinger in Langenpreising gegründet. Zum Vorsitzenden wurde Gemeindeschreiber Anton Sellmeier, zu dessen Stellvertreter Xaver Greimel gewählt.

Die Aufgabe der Ortsverbände war und ist die Betreuung der Mitglieder vor Ort. Zunächst war die Hauptaufgabe die Betreuung der Kriegsgeschädigten, Hinterbliebenen, Witwen und Waisen. Besonders bedürftige Mitglieder wurden durch kleine Bargeldbeträge aus der Vereinskasse unterstützt.

Konsequent öffnete sich der Verband für breite Bevölkerungsgruppen und bietet heute allen Bürgern sozialrechtliche Beratung und Vertretung vor Gericht an: jüngeren und älteren Menschen mit Behinderung, chronisch Kranken, Rentnern und Arbeitnehmern. Die Umbenennung des Verbands in „Sozialverband VdK“ im Jahr 1990 war der Durchbruch. Der einstige Kriegsopferverband hatte sich zu einem modernen Sozialverband weiterentwickelt.

Der Ortsverband Langenpreising beteiligt sich seit 1951 aktiv an der jährlich stattfindenden Haussammlung „Helft Wunden heilen“. Immer mehr Mitbürger aus dem vom VdK betreuten Personenkreis geraten unverschuldet in Not, leben unterhalb der Armutsgrenze oder am Rande des Existenzminimums. Diesen Betroffenen zu helfen, ist der Zweck dieser Hilfsaktion.

„In Würdigung seiner hervorragenden Verdienste um den Langenpreisinger Ortsverband und in Anerkennung der treuen Pflichtversicherung für die Behinderten“ wurde Anton Sellmeier, der den Verein von 1951 bis 1985 geführt hatte, 1986 vom VdK-Landesverband Bayern zum Ehrenvorsitzenden des Ortsverbands Langenpreising ernannt. Seine Nachfolger waren Josef Rott und Emmerich Detterbeck (von 1986 bis 1998). Bis 2008 hatte dann Reiner Sebusch das Amt inne. Dessen Nachfolger Adolf Neidhart führte den Ortsverband insgesamt 13 Jahre – bis ihn nun eben Bruno Janke ablöste. sys

Der Rückblick fiel kurz aus: „Corona hat unser Land in eine völlig unbekannte Gefahrenlage gebracht und leider auch das Vereinsleben und die sozialen Aktivitäten ziemlich ausgebremst“, so Neidhart. So seien die beliebten Mutter- und Vatertagsfeiern ebenso wie das Faschingskranzl der Pandemie zum Opfer. Erst seit kurzem treffen sich die VdKler wieder freitags ab 15 Uhr im Dorfladen-Cafè zum Senioren-Stammtisch. Interessierte können gerne vorbeischauen.

Was dem überzeugten VdKler, wie Neidhart sich selbst bezeichnet, auf den Nägeln brennt, ist eine barrierefreie Gemeinde, „damit Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen und Senioren uneingeschränkt am öffentlichen Leben teilhaben können“. Bürgermeister Josef Straßer versprach, sich für die Barrierefreiheit einzusetzen, „denn die Senioren sind uns ein wertvolles Gut mit großem Erfahrungsschatz“. Bekennen musste Straßer allerdings, dass man das immer wieder zur Diskussion stehende Pflegeheim beim Unterwirt „net im Kreuz ham werdn“. Was ihm daher vorschwebe, sei ein Mehrgenerationenhaus.

Unter der Leitung Straßers ging die Neuwahl per Akklamation rasch über die Bühne. Das Amt der Schriftführerin wird weiterhin von Erna Pfeiffer, das des Kassiers von Christian Metschar ausgeübt. Frauenbeauftragte bleibt Neumaier. Sie ist auch für Geburtstagsjubilare verantwortlich. Beisitzer sind Max Endner, Josef Furtner, Adolf Neidhart und Kathi Lenz.

Als neuer Vorsitzender der Nachbarschaftshilfe der VG stellte abschließend Altbürgermeister Peter Deimel die Institution, die in Notsituationen unbürokratisch, sozial und flexibel in den Gemeinden Wartenberg, Berglern und Langenpreising hilft, vor.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare