Sticker mit starker Aussage: Unser Bild entstand im Café Härtl in Wartenberg.
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Sticker mit starker Aussage: Unser Bild entstand im Café Härtl in Wartenberg.

Umweltfreundliches Einkaufen: Initiative „unfairmüllt“ ist als Projektbotschafter erfolgreich

Ein Aufkleber gegen den Verpackungsmüll: Zahlreiche Läden unterstützen Projekt

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Es ist nur ein kleiner Aufkleber, doch er vermittelt eine große Botschaft: „Einmal ohne, bitte“ steht darauf geschrieben. Ziel dieses Labels ist die Vermeidung von Verpackungsmüll beim Einkaufen.

Langenpreising/Landkreis – Die Langenpreisinger Initiative „unfairmüllt“ ist Botschafter des Projekts eines Münchner Vereins und berichtet nun in einer Pressemitteilung, dass sich bereits 16 Läden in der Langenpreisinger Umgebung angeschlossen haben.

Bundesweit nehmen aktuell knapp 600 Unternehmen teil. In den Geschäften und Lokalen wird sichtbar gemacht, dass Kunden Backwaren, Käse, Wurst und andere Lebensmittel ohne produkteigene Verpackung erwerben können. Im Fokus des Projekts steht besagter Sticker, der an Theken und Schaufenstern klebt. „Der Einkauf kann unter Einhaltung der jeweils gültigen hygienischen Bestimmungen in mitgebrachte Behältnisse gefüllt werden. Dem verpackungsfreien, ressourcenschonenden Einkaufen oder Take-Away steht also nichts im Wege“, erklärt Lisa Gadenne-Wurzbacher von der Initiative unfairmüllt.

Wer kennt das nicht? Man ist zu spät aufgewacht und hat nicht mehr ans Frühstück gedacht. Also schnell einen Coffee-To-Go besorgt und eine Semmel in Papier gepackt. „Was morgens scheinbar harmlos beginnt, häuft im Tagesverlauf gehörige Mengen Verpackungsmüll an. Tag für Tag, Woche für Woche, Haushalt für Haushalt“, mahnt Wurzbacher an. Sie verweist auf die kürzlich vom Umweltbundesamt veröffentlichten Zahlen zum Müllaufkommen im Jahr 2018. Diese seien „alarmierend“. Seit Jahresbeginn sei unfairmüllt deshalb Botschafter des Projekts und habe seither 16 Geschäfte und Lokale dafür gewinnen können.

In Deutschland fielen 2018 pro Kopf durchschnittlich 227,5 Kilogramm Verpackungsabfall an, wovon laut Umweltamt 47 Prozent von privaten Endverbrauchern verursacht wurden. Die Zunahme im privaten Bereich betrage im Vergleich zu 2010 „erschreckende 20,6 Prozent“, so unfairmüllt – Tendenz steigend.

Umso mehr freut sich Wurzbacher um die jüngsten Fortschritte: „Es ist schön zu sehen, dass sich bereits mehr als ein Dutzend Unternehmen in der Region der ,Einmal ohne, bitte‘-Idee verschrieben haben.“ Die Bewegung solle noch weiter wachsen, „sodass mehr und mehr Kunden anhand der sichtbaren Sticker sichergehen können, dass sie mit ihrem Wunsch nach müllfreiem Einkaufen willkommen sind.“ Wer Interesse habe, melde sich per E-Mail an erding@einmalohnebitte.de.

Das Stickerprojekt hat der gemeinnützige Münchner Verein rehab republic e.V. gestartet. Dieses offene Kreativ-Kollektiv fördert das Bewusstsein für eine nachhaltige Entwicklung und sucht dabei nach Lebensentwürfen, „in denen die Menschen bei einem geringeren Energie- und Ressourcenverbrauch glücklich und zufrieden sind“.

Diese Läden machen mit:

Benedikt´s Gemüse, Pfrombach

Biohof Lex, Emling 17, Bockhorn

Bohnenfee, Herrnstraße 23, Moosburg

Café Härtl, Obere Hauptstraße 16, Wartenberg

Dorfladen, Frauenstraße 2, Langenpreising

Eisdiele GranGelato OK!, Marktplatz 5, Wartenberg

Hacker Feinkost, Jägerstraße 1, Moosburg

Käse im Weingraben, Weingraben 10, Moosburg

Metzgerei Haslacher, Preysingstraße 12, Langenpreising

Metzgerei Stuhlberger, Ardeostraße 6, Altenerding; Untere Hauptstraße 52, Freising; Obere Hauptstraße 12, Wartenberg

Naschkastl, Krankenhausstraße 21, Erding

Teeladen, Weingraben 3, Moosburg

Unverpackt Laden Lela Lose, Freisinger Str. 3, Erding; Landshut ab 2021

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