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Großes Publikum bei der Einweihung: In der neuen Grundschule Langenpreising gibt es Lernlandschaften.

Einweihung in Langenpreising

Neue Grundschule geht Montessori-Wege

Langenpreising hat eine neue Grundschule: mit Lernlandschaften. Das Montessori-Konzept wurde von den Ehrengästen beim Festakt gelobt. Sie wollten sich eigentlich in das Goldene Buch der Gemeinde eintragen – aber das war noch nicht fertig.

Langenpreising – Die Einweihung der neuen Grundschule in Langenpreising am vergangenen Samstag war ein Festakt im ICE-Tempo. Die Redner auf dem Podium versuchten sich kurz zu fassen, angetrieben von der Drohung des Bürgermeisters Peter Deimel: „Versuchen Sie, sich an die Zeiten zu halten, sonst wird das Essen kalt.“ Insgesamt 6,3 Millionen Euro wurden in die Schule investiert – 24 Baufirmen mussten koordiniert werden. Das Fazit der Redner: eine Menge Geld, aber gut angelegt.

Deshalb konnten die Kinder unter der Leitung von Diana Pfanzelt endlich singen: „Hey Langenpreising, wir ham a neue Schul’!“ In einem weiteren Lied thematisierten sie unter anderem die Holzbauweise und den Abriss des alten Schulhauses. Danach erteilten Pfarrerin Regine Weller und Pfarrer Gregor Bartkowski dem Schulhaus den kirchlichen Segen.

Über das besondere Raumkonzept des Schulhauses sprachen Staatssekretärin Carolina Trautner, Architekt Martin Riehl, Landrat Martin Bayerstorfer, Bürgermeister Peter Deimel und Schulleiter Martin Brandlmaier. Das Konzept der Lernlandschaften bringe die Grundschule an die Spitze des Landkreises, so der Landrat. Mit diesen könnten Kinder wesentlich selbstbestimmter lernen, sei es alleine, zu zweit, oder in kleinen Gruppen. Außerdem werde dabei der Flur zum Marktplatz, wo sich Kinder unterschiedlichen Alters treffen, um gemeinsam zu lernen und zu arbeiten. Was Montessori-Schulen seit Jahren verwirklichen, werde jetzt in staatlichen Schulen umgesetzt, wie auch in der Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg. Staatssekretärin Trautner drückte es schließlich so aus: „Gute Schulgebäude sind beides: Lern- und Lebensräume.“

Anschließend schaute Architekt Martin Riehl auf die Planungen zurück: „Ich bin ja auch ein Schul-Geschädigter“, sagte er und erinnerte an die intensiven Gespräche mit dem Gemeinderat: „Alles sehr basisdemokratisch. Auch ein Verfahren, das wir so nicht gewohnt waren.“ In der Tat hatte sich der Gemeinderat in stundenlangen Sitzungen immer wieder mit den Details der Schule befasst.

Das Ergebnis passt unterm Strich, sagte Schulleiter Martin Brandlmaier: „Die Kinder lieben es!“ Außerdem dankte er Fußballerchef Stefan Haslacher. Er bekam ein Erinnerungsgeschenk, denn zeitweise war die Schule im Sportheim untergebracht. „Schee war’s“, stand auf dem Bild.

Die Strogentaler sorgten dabei für die musikalische Umrahmung der Feier, der Förderverein und der Elternbeirat kümmerten sich um die Gäste, denn ab Mittag war das Schulhaus für die Allgemeinheit zur Besichtigung freigegeben.

Eine witzige Begebenheit am Rande: Die Gemeinde Langenpreising bekommt ein Goldenes Buch, in das sich prominente Gäste bei wichtigen Anlässen eintragen können. Die Einweihung des Schulhauses wäre ein solcher gewesen. Aber: „Sie dürfen jetzt wieder schmunzeln über mich“, sagte Bürgermeister Deimel. Das Goldene Buch der Gemeinde sei leider nicht rechtzeitig fertig geworden. Daher bestehe es aktuell nur als Lose-Blatt-Sammlung, aber die sei schön gestaltet und soll demnächst auch gebunden werden. Vorläufig trugen sich die prominenten Gäste erst einmal auf losen Blättern ein. Klaus Kuhn

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