Gedenken an alle Gefallenen und Vermissten: Pfarrer Gregor Bartkowski betete am Kriegerdenkmal.
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Gedenken an alle Gefallenen und Vermissten: Pfarrer Gregor Bartkowski betete am Kriegerdenkmal.

Eindringliche Worte von Pfarrer, Bürgermeister und Kriegervereinsvorsitzendem

Volkstrauertag in Langenpreising: Für den Frieden, gegen das Mitläufertum

Gedenktage dürften nicht der Verherrlichung des Kriegs oder der Heroisierung der Soldaten dienen, betonte Langenpreisings Bürgermeister beim Kriegerjahrtag.

Langenpreising – „Es ist und bleibt immer noch wichtig, Gedenktage abzuhalten, um darauf hinzuweisen, dass sich diese Zeit nie wieder wiederholen darf“, betonte Bürgermeister Josef Straßer beim traditionellen Kriegerjahrtag in Langenpreising. Wegen der Pandemie fand er in bescheidenerem Rahmen und ohne Kirchenzug statt.

Der Festgottesdienst wurde von Pfarrer Gregor Bartkowski zelebriert. Der Geistliche gedachte aller gefallenen und vermissten Krieger beider Weltkriege, schloss in die Gebete aber auch die Opfer von Gewalt, Terrorismus, politischer Verfolgung und sinnloser Gewalt ein.

Straßer legte beim anschließenden Gedenken am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder. „Völker und Nationen, die an den beiden großen Weltkriegen beteiligt waren, haben bis heute anscheinend nichts dazugelernt“, erklärte er. Gedenktage dürften nicht der Verherrlichung des Kriegs oder der Heroisierung der Soldaten dienen, vielmehr sollten die Kriegsopfer im Mittelpunkt stehen. „Jeder Gedanke an die Kriegsopfer soll ein eindringlicher Friedensappell sein“, forderte Straßer. Er hoffe auch, dass es der Menschheit einmal gelingen möge, ihre Weg-Schau-Mentalität zu ändern, und „dass Menschen niemals wieder irgendwo mitlaufen, ohne zu denken, weil mitlaufen ohne zu denken sehr, sehr gefährlich werden kann“. Daher sein Appell: „Wir sollten versuchen, uns im Kleinen zu verbessern, in der Familie, in der Nachbarschaft in unserem Berufsumfeld.“

Der Vorsitzende des Krieger- und Soldatenvereins, Paul Adelsberger, gedachte in bewegenden Worten der jungen Langenpreisinger Männer, die aus den Weltkriegen nicht mehr heimgekommen sind. Adelsberger richtete in diesem Jahr seinen Fokus auf drei Gefallene Langenpreisinger aus dem Deutsch-Französischen Krieg, der vor 150 Jahren getobt hat: Josef Kiermeier, Georg Roth und Kaspar Sellmeier, deren Namen auf dem Kriegerdenkmal verzeichnet sind.

Die beiden Letztgenannten seien Nachbarsbuben gewesen und hätten ihre Kindheit und Jugend sicherlich gemeinsam verbracht. Beide hätten jedoch mit 27 Jahren ihr Leben lassen müssen – der eine im Krieg, der andere daheim an Schwindsucht als Folge des Kriegs.

Nach dem Kommando des Vorsitzenden „Senkt die Fahnen“ intonierte die Strogentaler Blaskapelle zunächst das Lied vom „Treuen Kameraden“ und anschließend die Bayernhymne. Kanonier Georg Böck gab Ehrensalut. Auf das Treffen im Gasthaus Oberwirt musste aufgrund der Pandemie verzichtet werden.

sys

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