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Zentrum von Zus torf: Der St.-Stefans-Platz mit dem Gasthaus Lintsche ist geprägt von der Durchgangsstraße.

Gemeindeentwicklung in Zustorf

 Dorf mit „Durchschuss“

Zustorf ist geprägt von landwirtschaftlichen Anwesen und der Durchgangsstraße, auf der teilweise zu schnell gefahren wird. Diese und weitere Herausforderungen für die Gemeindeentwicklungen benennt Planerin Daniela Koller.

Zustorf – Langenpreisings Ortsteil Zustorf hat einige Stärken, aber eben auch eine Menge Herausforderungen. So fasste es Planerin Daniela Koller bei ihrem Vortrag beim Informationsabend zum Thema Gemeindeentwicklung zusammen. Problematisch sei die „dominierende“ Ortsdurchfahrt, wo es auch „überhöhte Geschwindigkeiten“ gebe. „Das ist nicht konfliktfrei“, formulierte die Expertin vorsichtig.

Der St.-Stefans-Platz mit dem Gasthaus Lintsche sei als Ortskern weiter zu entwickeln, sagte Koller. Dazu gehöre, den „Durchschuss“ in der Ortsdurchfahrt zurückzunehmen. Der Außenbereich des Wirtshauses solle in die Überlegungen einbezogen werden. Die Gemeinde ist hier zu einem erheblichen Teil Grundeigentümer.

Wenn die Kommune nicht steuernd eingreife, komme in „Umstrukturierungsbereichen“ von Zustorf eine Entwicklung in Gang, die außer Kontrolle geraten könne, machten die von der Gemeinde beauftragten Planer im Rahmen der Dorferneuerung deutlich. Koller wies hier auf die vielen teilweise sehr großen landwirtschaftlichen Gebäude hin. Früher oder später würden dort überwiegend Wohnungen entstehen. Das werde den Charakter des Ortes nachhaltig verändern.

Die Planerin zeigte eine Karte, auf der deutlich wurde, dass die größten Teile des Ortsteils von dieser Entwicklung betroffen sein könnte. Hintergrund sei der Strukturwandel in der Landwirtschaft. Koller ließ bewusst offen, wie sich die Gemeinde zu diesem Thema stellen könnte, machte nur auf diese Problemlage aufmerksam.

Hintergrund ist das Baurecht: Wenn ein Haus entsteht, wo vielleicht früher ein landwirtschaftlicher Stadel stand, richtet sich die Gebäudegröße nach der Umgebungsbebauung. Das lässt teilweise imposante Häuser und damit eine erhebliche Wohndichte zu.

Die Planerin sah darüber hinaus Sanierungsbedarf bei den Straßen rund um die Kirche. Das wiederum ist ein Thema, das den Gemeinderat in der Vergangenheit immer wieder mal beschäftigt hat und möglicherweise auch wieder beschäftigen wird.

Kollers Kollege Otto Kurz ergänzte, dass es hier um „Grundlagenarbeit“ gehe, und fügte, was die Wünsche an eine zukünftige Entwicklung betrifft, hinzu: „Da muss man sich auch mal von Träumen lösen.“ Er erkannte aber auch: „Das ist keine leichte Aufgabe.“

Auf jeden Fall wurde bei dem Infoabend im Oberwirt deutlich, dass sich eine eigene Veranstaltung für Zustorf lohnen könnte. Obendrein schlug Gemeinderat Franz Neumüller (FW) vor, für das Dorf einen eigenen Arbeitskreis zu bilden.

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