Gemeinderat Langenpreising

Autos finden in Garagen oft keinen Platz

Langenpreising – Eine Garage ist normalerweise zum Abstellen von Autos da. Doch oft werden die Stellflächen zweckentfremdet, was den Gemeinden ein Dorn im Auge ist – auch Langenpreising.

Viele Langenpreisinger Gemeinderäte hatten schon länger den Verdacht, dass in vielen Teilen des Gemeindegebiets die Knappheit bei den Stellplätzen auch daher rührt, dass Garagen für alles andere, nur nicht für das Einstellen von Autos genutzt werden. Die Folge ist, dass offiziell vorhandene und vorgeschriebene Stellplätze gar nicht zur Verfügung stehen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bekamen vor großer Zuhörerkulisse die Bürgervertreter eine dramatische Bestätigung dieses Eindrucks: Etwa bei einem Drittel aller Garagen hatte laut einem Verkehrsgutachten Stadtplaner Johann Hartl Zweifel, ob diese noch bestimmungsgemäß in Gebrauch sind.

Darauf gekommen ist er ganz einfach: Eine Ortsbegehung im Winter. Vor einer Vielzahl von Garagen waren keine Autospuren im Schnee erkennbar. Mehr noch: Der Stadtplaner verglich die Zahl der Briefkästen und Klingeln mit der der vorhandenen Stellplätze und kam auf teilweise signifikante Unterschiede.

Bürgermeister Peter Deimel schlug vor: „Das lassen wir jetzt einfach mal sacken.“ Damit beendete er die Diskussion, bevor sie richtig begonnen hatte. Die Stellplatz-Situation war nur ein Nebenprodukt einer umfassenderen Untersuchung der Verkehrsströme im Bereich „östlich Strogenflutkanal“ und „Zellacker“ im Ortsteil Zustorf.

Die Frage war unter anderem, ob hier eine durchgehende 30er-Zone eingerichtet werden kann und soll. Ein Ergebnis des Gutachters: „Wer da mehr als 30 fahren will, der ist schon wagemutig.“ Grund: Auf der 880 Meter langen Strecke durch die jetzt zusammenhängenden Wohngebiete seien zehn Kurven oder Versätze, so dass ein schnelleres Fahren technisch unmöglich sei Im Bereich „Zellacker“ sei es ähnlich. Wohl aber habe der Verkehr zugenommen: „Das merken die Leute.“ Das liege daran, dass mit dem letzten Abschnitt für das Baugebiet „östlich Strogenflutkanal“ die „Wohnsammelstraße“ jetzt durch das ganze Gebiet führt. „Nun können die Leute wählen.“ Eine durchgehende 30er-Zone hielt er hier für nicht machbar, weil das Gebiet zu groß sei: „Das ist nicht Berlin, da würde man das locker hinkriegen.“ Obendrein äußerte der Gutachter Zweifel, ob die Polizei jemals die Einhaltung einer solchen Geschwindigkeitsbeschränkung ernsthaft überwachen werde.

Gleichwohl bleibe eine Verkehrsreduzierung das Ziel. Wie, das ist die Frage: „Da kann man nur einen Appell an die Anwohner richten.“ Er setzt dabei auch und gerade auf die jungen Langenpreisinger und schrieb: „Die jüngere Generation ist nicht mehr so Kfz-affin wie die Entscheidungsträger.“

Klaus Kuhn

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