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„Stellschraube“: Die Steuerung der Schütze am Beginn der Dorfstrogen. 

Gemeinderat Langenpreising 

Die Dorfstrogen soll ausgebaggert werden

Um den Strogenkanal zu entlasten, soll die Dorfstrogen in Langenpreising ausgebaggert werden. Doch es gibt noch mehr Stellen, an denen man das Wasser fürchtet.

Langenpreising – Die Gemeinde Langenpreising setzt die Planung einer Erneuerung der Brücke im Zuge der Plattachmühlstraße fort, nachdem die Hochwassersituation umfassend untersucht worden ist. Stefan Mayr hat für das Büro Blasy & Øverland die möglichen Folgen des vom Wasserwirtschaftsamt geforderten größeren Querschnitts errechnet. So wird, wenn nichts geschieht außer der Brückenneubau, tatsächlich der Wasserspiegel im Strogenkanal ansteigen. Genau das treibt die Bürger unterhalb der Brücke um.

Jetzt soll aber die Dorfstrogen ausgebaggert werden. Mayr gelang der Nachweis, dass in diesem Fall eine Entlastung im Bereich des Kanals erreicht werden kann. Die Gespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt über eine Ausbaggerung laufen. Karin Dürr machte sich Sorgen ums Dorfbild: „Dann haben wir keine Dorfstrogen mehr, sondern einen Dorfkanal.“

Es gibt noch eine andere wichtige „Stellschraube“ (Mayr): die sogenannten Schütztafeln am Beginn der Dorfstrogen unmittelbar oberhalb der Brücke. Werden die anders gesteuert, wird im Hochwasserfall mehr Wasser über die Dorfstrogen abgeleitet, was nach Mayrs Berechnung den Wasserspiegel im Kanal senken kann. Nur muss dann die Steuerung von Handbetrieb auf elektrische Antriebe umgebaut werden. Bürgermeister Peter Deimel erinnerte sich mit Grausen daran, dass das 2013 niemand mehr hat bewerkstelligen können: „Da war das Wehr überflutet, das war lebensgefährlich.“

Irgendwo kommt unterhalb von Langenpreising das Wasser immer an, und Max Danner machte sich deshalb gewaltige Sorgen. Hier gehört nach seinen Worten die Ablaufsituation verbessert, weil sonst mit Rückstau zu rechnen sei. Dem stimmte Mayr zu. Eine Entfernung des Bewuchses im Kanal könne eine Entspannung bewirken. Diese Details waren aber nicht mehr Gegenstand des Untersuchungsauftrags.

Das Ausbaggern der Dorfstrogen wird weiter voran getrieben. Laut Deimel ist das 1958 bis 1960 zum letzten Mal passiert. „Da hat die Gemeinde einen Seilbagger gekauft und das selbst gemacht.“ Jetzt gehe es um rund 5000 Kubikmeter Material, orakelte er, konnte aber nicht alle Gemeinderäte überzeugen.

So war Natalie Kienmüller-Stadler „nicht begeistert“, weil das Aufziehen der Schütze unter Umständen an anderen Stellen Probleme mache. Sie forderte Retentionsflächen und das Wasser vor der Gemeinde zu lassen. Das nannte Mayr schwierig und teuer. Er stimmte ihr aber zu, dass es langfristig eine gute Lösung sein könne, wenn sogenannte Polder angelegt würden. Das Abstimmungsergebnis spiegelte den Diskussionsverlauf: Mit 10:5 Stimmen wurde für die Fortsetzung der Planung votiert.

Von Klaus Kuhn

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