Gemeinderat Langenpreising

Grenzen für die Nachverdichtung

Der Langenpreisinger Gemeinderat sorgt sich um das Ortsbild. Von zwei Anträgen auf größere Mehrfamilienhäuser hat das Gremium nur einen durchgewunken.

von Klaus Kuhn

Langenpreising – Die teilweise dramatischen Änderungen im Ortsbild von Langenpreising gehen weiter. Wieder wurden größere Mehrfamilienhäuser mitten im Ort beantragt. Für diese von der Landesplanungsbehörde zur Bekämpfung des Flächenverbrauchs durchaus gewünschte „Nachverdichtung im Innenraum“ gibt es allerdings Grenzen. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Langenpreising deutlich.

Zwei Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohneinheiten sollen in der Gemeinde errichtet werden, nur eins davon ging im Gremium durch. In diesem Zusammenhang verteilte Bürgermeister Peter Deimel viel Lob an die Verwaltung in Wartenberg, die sehr professionell arbeite. Die Fachleute in der Verwaltung hatten sich noch einmal über eines der Baugesuche gesetzt, das schon im Hauptausschuss behandelt worden war, und waren zu einem anderen, positiveren Ergebnis gekommen. Es gibt neue Urteile hoher deutscher Gerichte dazu, wie die Vergleiche mit der Umgebungsbebauung anzustellen sind, und die hat die Verwaltung in Anwendung gebracht.

Zum Hintergrund: Wird mitten in einem Ort, wo es keinen Bebauungsplan gibt, etwa ein Haus abgebrochen und durch einen in aller Regel größeren Neubau ersetzt, wie es jetzt am Jägersteig geplant gewesen ist, richtet sich die Zulässigkeit dieses Neubaus bei „Art und Maß der baulichen Nutzung“ nach der Umgebungsbebauung. So steht es im Gesetz.

Jetzt soll also die Verwaltung deutlich machen, welches Gebäude sie in dieser Umgebungsbebauung als Vergleich heranzieht und warum. Prompt bekamen die Gemeinderäte auf dem Lageplan diese Vergleichsobjekte genau bezeichnet. „Das werden wir künftig immer so machen“, sagte Verwaltungsleiter Maximilian Sertl dazu.

Baderwirt wird abgerissen

An der Preysingstraße führte das neue Verfahren zu einer positiven Beurteilung, allerdings muss der Bauherr noch nachlegen, was den Stellplatznachweis angeht. Für drei Parkplätze fehlt die rechtliche Sicherung, auf eine Abweichung von der Stellplatzsatzung der Gemeinde kann der Bauherr nicht hoffen.

Am Jägersteig fiel das Bauvorhaben dagegen glatt durch: Zwei Meter höher als das ohnehin schon wuchtige Vergleichsobjekt, das war dem Gemeinderat dann doch zu viel. Keiner wollte für den Antrag stimmen.

Ein ortsbildprägendes Gebäude wird derweil allerdings verschwinden. Der Baderwirt wird bald Geschichte sein. Der Gemeinderat nahm die sogenannte „Abbruchanzeige“ zur Kenntnis.

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