Widerspruch gegen Regionalplan

Gemeinderat will Gewerbegebiet an der A 92

Langenpreising – Warum dürfen andere Kommunen Gewerbe an der Autobahn ansiedeln und Langenpreising nicht? Der Gemeinderat pocht auf dieses Recht.

Die Gemeinde Langenpreising nutzt die Fortschreibung des Regionalplans für den äußeren Wirtschaftsraum München, um ihren Wunsch nach einer Ausweisung von Gewerbegebieten im Bereich der Autobahnauffahrt voranzubringen. Der Gemeinderat beschloss nun, Widerspruch gegen den Regionalplan einzulegen, weil dieser die gewünschten Gewerbeflächen nicht vorsieht. Die Mehrheit war groß: Es gab nur eine Gegenstimme.

Bürgermeister Peter Deimel (FWG) machte sich im Gemeinderat stark für diese Planidee und verwies dazu auf drei wesentliche Entwicklungen. Erstens sei überhaupt nicht einzusehen, dass im Bereich von Bruckberg Richtung Landshut an der A 92 gewaltige Gewerbe- und Industrieflächen erschlossen werden, diesseits der Regierungsbezirksgrenze aber das ganze Thema derart restriktiv gehandhabt werde.

Zweitens sei das mit dem „regionalen Grünzug“, der hier eingetragen sei, so eine Sache, weil diese Bestimmungen für das Gewerbegebiet Degernpoint auf Moosburger Flur offenbar nicht gelten. Degernpoint sei lange vor dieser Planfassung entwickelt worden, gab Deimel zu. Die drastische Erweiterung für das neue Jungheinrich-Werk ist aber nach der aktuellen Fassung des Regionalplans ins Werk gesetzt worden.

Drittens sei bei dem Thema in den Behörden ein Sinneswandel zu beobachten. Es werde darüber nachgedacht, direkt an Autobahnauffahrten Gewerbeansiedlungen zuzulassen. „Es ändert sich auch in Oberbayern“, stellte Deimel befriedigt fest.

Der Gemeinderat zog mit, wenn auch nicht einstimmig. So meinte Stephan Hoynatzky (CSU), dass angesichts des Flächenfraßes die Ausweisung regionaler Grünzüge durchaus Sinn mache. Deimel hielt dagegen, dass das Langenpreisinger Vorhaben unterbrechungsfreie Räume des Grünzuges belasse.

Thematisiert wurde auch, dass sich an diesen Standorten gern große Logistiker ansiedeln, wie etwa in Langenbach. Ob das sinnvoll sei, fragten sich gleich mehrere Räte. Deimel konterte, dass die Gemeinde im Besitz der Flächen sei und es darum in der Hand habe, wer sich dort ansiedeln könne. Tatsächlich habe es, berichtete der Bürgermeister, schon Anfragen von Logistikern gegeben. Früher hatte Deimel große Logistik-Betriebe deshalb abgelehnt, weil diese riesige Flächen bräuchten, aber eine nur vergleichsweise bescheidene Arbeitsplatzdichte aufwiesen.

Mit der Weiterverfolgung der Planziele, im Bereich der Autobahnauffahrt Gewerbeflächen zu realisieren, greifen Verwaltung und Bürgermeister eine alte Forderung der CSU auf, die schon vor geraumer Zeit die gemeindeeigenen Grundstücke nutzen wollte. Das Thema ist seit 2009 auf der Tagesordnung.

Klaus Kuhn

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