Besuch auf dem Bauernhof: Lokalpolitiker und weitere Interessierte informierten sich über die Rinderhaltung der Familie Kobold in Steingrub.
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Besuch auf dem Bauernhof: Lokalpolitiker und weitere Interessierte informierten sich über die Rinderhaltung der Familie Kobold in Steingrub.

„Haben die höchsten Standards“

Tierwohl und Regionalvermarktung: Besuch auf Hof in Steingrub

Regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte kann funktionieren. Bei einer CSU-Veranstaltung war das eine der Kernaussagen. Mitglieder und Interessierte trafen sich auf dem Hof der Familie Kobold im Langenpreisinger Ortsteil Steingrub.

Steingrub – Regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte kann funktionieren. Bei einer von Alois Angermaier organisierten Veranstaltung der CSU, moderiert von Vize-BBV-Kreisobmann Michael Hamburger, war das eine der Kernaussagen. Mitglieder und Interessierte trafen sich auf dem Hof der Familie Kobold im Langenpreisinger Ortsteil Steingrub.

BBV-Bezirkspräsident Ralf Huber nahm genauso teil wie Landrat Martin Bayerstorfer und CSU-Bundestagskandidatin Caroline Brielmair, die bekanntlich aus der Landwirtschaft kommt und vom Fach ist. Sie setzt sich zum Beispiel für ein „normales Denken“ im Umgang mit den Tieren ein und berichtete davon, wie Kinder beispielsweise die Tiere ja ganz süß fänden, aber auch verstehen würden, dass diese dazu da sind, irgendwann in Form von Rinderbraten auf ihrem Teller zu liegen.

Und nett und gemütlich sehen sie ja wirklich aus, die hellen Rinder der französischen Rasse Charolais, die eine reine Fleischrasse ist, mit rund 300 Kilo Lebendgewicht auf den Hof kommen, um diesen nach einem knappen Jahr wieder zu verlassen Richtung Metzgerei. Die Hälfte der Tiere, die wieder vom Hof kommen, landen bei der Metzgerei Haslacher in Langenpreising.

Damit war man schon direkt bei der Regionalvermarktung. „Wir haben die höchsten Standards bei den Themen Tierwohl und Produktsicherheit“, betonte Hamburger und verlangte, dass das besser in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit gebracht wird. Das war auch eines der Ziele der Veranstaltung: „Die Wertschöpfung bleibt in der Region“, sagte Hamburger und erinnerte daran, dass einer der größten Lebensmittelhändler in Deutschland Schweinefleisch aus Chile kaufe. „Das wird gerade medial ein wenig hochgekocht.“

Die Versorgungssicherheit sei ein weiteres Thema. „Die Getreidevorräte werden weniger“, warnte Hamburger. Die Preise von Weizen und Raps würden steigen. In einer solchen Lage von den Landwirten zu verlangen, dass sie Flächen stilllegen, sei letztlich widersinnig.

Direkt nebenan konnten die Besucher studieren, wie Familie Kobold das mit dem Tierwohl versteht: Das Vieh steht auf einem Gummi-Untergrund, nicht auf Stroh. Das habe eine Menge Vorzüge bis hin dazu, dass die Tiere den Geruch ihrer eigenen Exkremente nicht mehr so intensiv in der Nase haben – mit der Folge, dass sie mehr Appetit entwickeln.

Was nur am Rande zur Sprache kam, war etwas, das immer wieder von Tierschützern angeprangert wird: Den Tieren bleiben lange Transportwege erspart. Die Metzgerei Haslacher ist keinen Kilometer weit entfernt. Die allgemeine Lage der Landwirtschaft aber, und die teilweise dramatischen Folgen des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ für die Bauern, sie wurden sehr wohl Thema, kombiniert mit der Kritik, dass die großen Betriebe immer noch die meiste Förderung erhielten.

Und so sieht’s in Steingrub aus: Der Betrieb der Familie Kobold hat 140 Rinder aufgestallt. Und selbst diese Größe ist heute nicht mehr ausreichend. Es ist ein landwirtschaftlicher Nebenerwerbsbetrieb.

Klaus Kuhn

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