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Die Übungssprengungen erläuterte Peter Waffler im Gemeinderat. 

Gemeinderat Langenpreising

Heiße Debatte um explosive Kurse

Bei Sprengkörperschulungen kann es schon mal laut werden. Der Langenpreisinger Kampfmittelräumdienst EMC bietet Lehrgänge an, in denen Experten mit Explosivstoffen umzugehen lernen. Da muss es auch mal knallen. „Gewöhnungssprengung“ nannte das der leitende Feuerwerker Peter Waffler in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats. Das Gremium debattierte über den Genehmigungsantrag.

VON KLAUS KUHN

Langenpreising – Knallen soll es an zwei Stellen: erstens auf dem Übungsgelände der Firma an der ehemaligen Staatsstraße Richtung Pottenau – also in einem Mischgebiet mit Wohnbebauung in der Nähe, und zweitens in der gemeindeeigenen Kiesgrube. Für die kleinen Explosionen am Firmensitz wird nur ein Gramm Sprengstoff verwendet. Sie dürften nach Aussage des Unternehmens kaum wahrnehmbar sein. In der Kiesgrube werden aber 100 Gramm Sprengstoff gezündet.

Maximilian Danner, Freie-Wähler-Rat und Jäger, machte sich Sorgen um das Damwild in einem nahen Gehege. Es sei schon vorgekommen, dass die Tiere aufgeschreckt in den Zaun gesprungen seien und sich dann tödlich verletzt hätten. Es läuft jetzt alles auf einen Ortstermin hinaus. Die Untere Naturschutzbehörde und andere Fachämter haben allerdings bereits Zustimmung signalisiert.

Es geht um fünf bis sechs Lehrgänge pro Jahr mit jeweils einer echten Sprengung. „Wir sind die einzige Schule in Süddeutschland“, erklärte Unternehmenssprecher Waffler. Vor allem das Sicherheitspersonal am Münchener Flughafen habe großes Interesse an diesen Ausbildungen, berichtete er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Pressestelle des Flughafens München bestätigte das auf Nachfrage: „Das sind unsere Hundeführer, die bei uns im Rahmen der Konzernsicherheit tätig sind. Die dürfen mit Sprengstoffen umgehen“, erklärt Sprecher Robert Wilhelm. Es seien aktuell sechs, jetzt komme aber noch eine Kollegin dazu. Die FMG sei froh, die Ausbildungsstätte vor Ort zu haben. „Vorher mussten unsere Leute dafür nach Dresden“, berichtet Wilhelm. Jährliche Fortbildungen seien Pflicht.

In der intensiven Ratsdebatte fiel der Vergleich mit den Böllerschützen, deren Aktivitäten auch angekündigt würden. Der Klärungsbedarf war jedenfalls groß, und so wurde das Thema erst mal vertagt. Vor allem Danner vermisste schriftliche Antragsunterlagen.

Die hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben aber schriftlich eingereicht, und zwar schon im Sommer. Am 18. Juli wurde der Antrag auf Nutzung der Kiesgrube bereits gestellt, am 8. August sei die Genehmigung vom Bürgermeister erfolgt. Allerdings habe er die Genehmigung vom Pächter und vom Landratsamt zur Bedingung gemacht, teilt EMC mit.

Am 13. November sei die Genehmigung durch die Regierung von Oberbayern, dem Gewerbeaufsichtsamt, erfolgt, so das Mitglied der EMC-Geschäftsleitung Hanspeter Hollack, der sogar berichtete, dass die Untere Naturschutzbehörde eine Ortsbegehung gemacht habe. Weil die Genehmigung vorliege, habe die Gemeinde letztlich nicht mehr viel zu sagen. Es werde 2019 noch zwei Sprengungen in der Kiesgrube geben, so Hollack.

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