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Ein junges Publikum verfolgte die Ratsdebatte.

Mit Unterstützung der Gemeinde

Jugend sucht Platz für ihren Bauwagen

Langenpreising – Eigentlich gab es keine Probleme. Nur der Schutz seltener Tierarten an einem Bach stand der Nutzung eines Bauwagens als Jugendtreff im Weg.

Ein Bauwagen als Jugendtreff – das hat schon des öfteren Ärger gegeben. In Langenpreising gibt es allerdings keine Klage über das Treiben der Heranwachsenden. Im Gegenteil: Beteiligte und die Jugendreferentinnen der Gemeinde lobten die Bauwagen-Crew ausdrücklich. Im Treff und drum herum hätten die Jugendlichen geradezu mustergültig aufgeräumt. Nur hatten sie den Wagen an einem Bach aufgestellt – mit Erlaubnis des Grundeigentümers wie auch des Pächters. Einen anderen Bürger ärgerte das aber. Gewisse Tierarten am und im Bach könnten sich gestört fühlen, argumentierte dieser Zeitgenosse und zeigte das Ganze beim Landratsamt an. Die Folge: Der Bauwagen musste bis Ende Februar weg.

Die Grundbesitzer, die nicht namentlich in der Zeitung stehen wollten, hatten sogar ein Ordnungsgeld von 100 Euro zu zahlen. Sie zeigten wenig Verständnis für das ganze „Bla bla bla“. Nun steht der Bauwagen auf dem Gelände eines Landwirts mitten im Ort und wartet darauf, wieder benutzt werden zu können.

Die Jugendreferentinnen Natalie Kienmüller-Stadler und Lena Straßer (beide FW) brachten das Thema nun auf die Tagesordnung des Gemeinderats. Auf ihre Einladung referierte Simone Gutmann vom Kreisjugendring dem Gemeinderat über Möglichkeiten der Nutzung als offener Jugendtreff. Zunächst müsse der Bauwagen im Innenbereich stehen. Das schaffe baurechtlich eine gute Ausgangslage.

Dann sei eine Nutzungsvereinbarung nötig, die Verantwortliche auf Seiten der Nutzer nennt, Betretungsrechte regelt sowie Grundsätze der Nutzung festlegt. Für eine solche Vereinbarung gebe es kein „Schema F“, stellte Gutmann klar. Geklärt werde so aber die Haftungsfrage, die unter anderem 3. Bürgermeister Leo Melerowitz (CSU) wichtig war.

Die Frage von Karin Dürr (CSU), ob es schon einen Platz gebe, wurde negativ beantwortet. Man stehe erst ganz am Anfang des Prozesses. „Gibt es Vorgaben für sanitäre Anlagen?“, wollte Max Danner (FW) wissen. Das verneinte die Sozialpädagogin. Aber wenn es sanitäre Anlagen gebe, wäre das sicher „ein Zuckerl“.

Hans Kaspera (SPD) sprach das grundsätzliche Dilemma an: Im Außenbereich gebe es garantiert Probleme, im Innenbereich aber ebenso, wenn auch aus anderen Gründen. Dem widersprach die Referentin nicht. Kienmüller-Stadler pochte aber darauf, einen Weg zu finden, „das aufrecht zu erhalten, in einem rechtlich gesicherten Rahmen“. Dabei will die Mitarbeiterin des Kreisjugendringes helfen. Angesichts der dokumentierten Sauberkeit und Ordnung solle man den Jugendlichen einen „Vertrauensvorschuss“ geben, bekräftigte Dürr.

Klaus Kuhn

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