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Seine Ziele für die Gemeinde Langenpreising stellte CSU-Bürgermeisterkandidat Leo Melerowitz (am Rednerpult) bei einem Frühschoppen im Oberwirt vor.

Kommunalwahl 2020

CSU-Bürgermeisterkandidat Leo Melerowitz: Neue Betriebe, aber bloß kein Logistiker in Langenpreising

Für die CSU in Langenpreising war es ein Wahlkampfauftakt nach Maß. Bürgermeisterkandidat Leo Melerowitz stellte bei einem Frühschoppen ausführlich das Wahlprogramm seiner Partei vor, nachdem Vorsitzender Thomas Metz die Gäste begrüßt und von einem „ansehnlichen Interesse“ gesprochen hatte.

VON KLAUS KUHN

Langenpreising – Melerowitz begann mit einer Bilanz der vergangenen Wahlperiode, die vom Schulhausneubau geprägt gewesen sei. Den habe die Gemeinde in Rekordzeit hingestellt, freute er sich. Dort sei auch ein barrierefreier Sitzungssaal geschaffen worden. Das Feuerlöschwesen – immerhin ist bekanntlich ein Tanklöschfahrzeug beschafft worden – sieht Melerowitz ausdrücklich nicht als Wahlkampfthema. Das sei schließlich Pflichtaufgabe.

Umweltschutz ist ihm wichtig. Er erinnerte an die Pachtnachlässe für Landwirte, die Blühstreifen anlegen, und dann kam sie auch schon, die einzige Spitze gegen die Grünen: „Wir brauchen keine Partei mit dem „G“ vorne dran, das können CSU und Freie Wähler auch.“ Die Betonung der Gemeinsamkeiten mit den Parteifreien war kein Ausrutscher, sondern orientierte sich am Stil von Mitbewerber Josef Straßer (FWG), der das auch schon geäußert hatte.

Die CSU hat vier Kernthemen auserkoren: Bürgernähe ist das erste, und hier stellte Melerowitz Defizite in der bisherigen Politik fest: „Wir müssen die Bürger wieder mehr ins Boot holen“, sagte er und schlug Themenabende sowie die Schaffung eines Senioren- und Jugendforums vor. Wohnmöglichkeiten für solche, die sich keinen Baugrund leisten können, hält die CSU für genauso wichtig wie das Dorfentwicklungsprogramm – „dass wir das nicht sausen lassen“. Der Baisch-Weiher gehöre endlich mit Umkleidekabinen und Toiletten aufgewertet, was zusammen mit dem Eigentümer und der Wasserwacht ins Werk gesetzt werden solle.

245 Betriebe seien in Langenpreising gemeldet. Hier gelte es, weiterzumachen, und zwar ohne Logistiker. Das war ihm ganz wichtig. „Wir haben das Gewerbegebiet Straßäcker. Das können wir ausbauen, das reicht.“ Damit hat die CSU endgültig Abschied genommen von jeder Bebauung des Bereichs an der Autobahnauffahrt, wie sie es vor Jahren noch unter Zuhilfenahme des beim Frühschoppen anwesenden Landrats Martin Bayerstorfer und mit Albert Deutinger an der Spitze noch gefordert hat. „Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, dass kein Logistiker kommt“, versprach jetzt Melerowitz. Bauland müsse nachhaltig entwickelt werden, um die kommunale Infrastruktur nicht zu überfordern. „Wir könnten in kürzester Zeit verkaufen, aber wir wollen nicht“, sagte er.

Was die Schule angeht, macht die Partei sich für die baldige Realisierung einer offenen Ganztagsschule stark. Mit der Forderung nach einer verbesserten Busverbindung spielte Melerowitz Bayerstorfer in die Karten. Denn das ist eines seiner Lieblingsthemen: „Es kann heute nicht mehr sein, dass ein Lehrling mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwei Stunden von Langenpreising zum Flughafen unterwegs ist.“

Am kommenden Montag trifft Melerowitz dann bei der Podiumsdiskussion des Erdinger Anzeiger (siehe Anzeige unten) in Zustorf auf seine Kontrahenten Josef Straßer, Anton Wollschläger und Johann Kaspera.

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